Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Heinrich Roth

geboren: 18. Juli 1900 Osterwieck, Kreis Halberstadt
gestorben: 2. Juni 1973 Jena
Konfession: evangelisch
Vater: Landgerichtsrat

Heinrich Roth

Roth besuchte Gymnasien in Halberstadt und Naumburg. Von 1917 bis 1920 arbeitete er in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben. 1918 leistete er Militärdienst als Kanonier. Das Abitur legte er nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg am Stadtgymnasium Halle ab. 1921 schloss er sich den freiwilligen Selbstschutzverbänden in Oberschlesien an und wurde mit dem Schlesischen Adlerorden I. und II. Klasse ausgezeichnet. Von 1920 bis 1923 studierte er Landwirtschaft an der Universität Halle, 1923 bestand er die Diplomprüfung. Von 1923 bis 1935 war er Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer bzw. der Landesbauernschaft Sachsen-Anhalt. Zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter, wurde er bald Leiter der Buch- und Wirtschaftsberatungsstelle, zuletzt leitete er die betriebswirtschaftlichen Abteilung. 1925 promovierte Roth zum Dr. phil., 1930 habilitierte er sich für Landwirtschaftliche Betriebslehre. 1931/32 vertrat er den vakanten Lehrstuhl an der Universität Halle. Ab 1935 arbeitete Roth als öffentlich bestellter Wirtschaftsprüfer. 1939 wurde er zum Dozenten neuer Ordnung, 1942 zum außerplanmäßigen Professor ernannt (Spezialgebiet Taxationslehre). Im Oktober 1945 entzog ihm die Universität den Lehrauftrag. Nach Gutsagung zahlreicher einstiger Mitarbeiter (unter ihnen ein Sozialdemokrat mit Berufsverbot) wurde er im März 1946 durch den politischen Kreisausschuss der Antifaschistischen Parteien für »tragbar« erklärt, so dass er weiterhin als freiberuflicher Landwirtschaftlicher Sachverständiger und Wirtschaftsprüfer tätig sein konnte. Mehrfach denunziert, wurde Roth in drei weiteren Entnazifizierungsverfahren freigesprochen. Erst 1949 wurde Roth in einem fünften »Entnazifizierungsverfahren« verboten, eine leitende Stelle in öffentlichen oder privaten Betrieben auszuüben, womit auch seine Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer ein Ende fand. 1951/52 war er Verlagsleiter der Tageszeitung »Der Morgen« in Berlin, 1953 erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität Halle für Landwirtschaftliches Rechnungswesen. Im selben Jahr ernannte ihn das Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen zum Professor mit Lehrstuhl an der Universität Jena und zum Direktor des Instituts für Landwirtschaftliche Betriebslehre. Ende der 60er Jahre wurde er dort emeritiert.

Organisationen: 1920 bis 1928 DNVP, Eintritt in die NSDAP am 1. April 1933 (Mitglied Nr. 1 818 800), 1933 bis 1935 NSKK, NSDDB, NSRB (ab 1942 Gaugruppenwalter für Buchprüfer und Wirtschaftsprüfer.). 1946 LDP.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13309 (Roth); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Auskunft des Standesamtes Osterwieck.

Autor: HE

Zum Seitenanfang