Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Albert von Ruville

geboren: 7. Juni 1855 Potsdam
gestorben: 5. Juni 1934 Halle
Konfession: evangelisch, später katholisch
Vater: Hauptmann

Albert von Ruville

Von Ruville besuchte Schulen in Niesky, Halle und Verden, die Reifeprüfung legte er 1875 ab. Er wurde Offiziersaspirant in einem Artillerieregiment, absolvierte die Kriegsschule Anklam und wurde zum Leutnant befördert. Als Stabsoffizier reiste er zu Studienzwecken in die USA und nach Mexiko, war aber auch im Truppendienst eingesetzt. 1888 nahm er seinen Abschied wegen Invalidität. Er studierte Geschichte und Nationalökonomie in Berlin und promovierte 1892 in Berlin mit einer Arbeit über die Auflösung des englisch-preußischen Bündnisses im Jahre 1862, die auf Archivstudien im Public Record Office beruhte. 1896 habilitierte er sich in Halle mit der Arbeit: »Die kaiserliche Politik auf dem Regensburger Reichstag von 1653/54«. 1905 wurde er zum Titular-, 1921 zum außerordentlichen Professor ernannt. Im ersten Weltkrieg diente von Ruville freiwillig als Kommandeur einer Munitionskolonne. Aufsehen erregte von Ruvilles Übertritt zur katholischen Kirche. Sein Bekenntnisbuch »Zurück zur heiligen Kirche - Erlebnisse und Bekenntnisse eines Convertiten« (1909) erschien in hoher Auflage und wurde in acht Sprachen übersetzt. Der Dispens nach § 4 der Universitätsstatuten wurde von Ruville nachträglich und stillschweigend erteilt, ohne dass er darum nachsuchte. Kurator Meyer kommentierte das Buch im Dezember 1909 mit den Worten: »Was nun die vorliegende Schrift anlangt, so ist sie aus der Feder eines hier zugelassenen Katholiken ein starkes Stück und direkt ein Schlag ins Gesicht der Universität Melanchthons.«

Organisationen: -

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13442 (von Ruville); DBE Bd. 8, S. 479.

Bild: Amory Duncker, Hamburg.

Autor: HE

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