Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Konstantin Schlottmann

geboren: 7. März 1819 Minden
gestorben: 7. Oktober 1887 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: nicht ermittelt

Konstantin Schlottmann

Schlottmann studierte Theologie, Philologie sowie Philosophie und promovierte 1846 an der Universität Berlin mit der Dissertation »Sire sahar leis askenazi aser sar libne yisrael« zum Lic. theol. 1847 wurde er für das Fach Altes Testament habilitiert. 1850 erhielt er, zunächst provisorisch, ab 1853 definitiv, die Stelle des Gesandschaftspredigers an der Preußischen Botschaft in Konstantinopel. Er nutzte diese Nähe zu den biblischen Orten für mehrere Studienreisen, außerdem besuchte er die Inseln Lemnos, Imbros und Samothrake. 1855 berief ihn die Universität Zürich zum ordentlichen Professor für neutestamentliche Exegese und Dogmatik. 1859 wechselte er an die Universität Bonn und vertrat jetzt das Fach altestamentliche Exegese. 1866 wurde er nach Halle versetzt.
Schlottmanns Schaffen umfasste ein breites Spektrum, er publizierte über die Philosophie des Aristoteles ebenso (»Das Vergängliche und Unvergängliche in der menschlichen Seele nach Aristoteles«, 1873) wie über archäologische und im engeren Sinn theologische Themen (u. a. »Das Buch Hiob: verdeutscht und erklärt«, 1851; »Kompendium der biblischen Theologie des Alten und Neuen Testaments«, 3. Auflage 1907). Sein Alterswerk war dem Humanisten Erasmus von Rotterdam gewidmet (»Erasmus redivivus sive de curia romana hucusque insanabili«, 2 Bände 1883 und 1889). Bekannt wurde Schlottmann jedoch durch mehrere fundierte Denk- und Streitschriften, etwa zur korrekten Übersetzung der Bibel oder über die Echtheit der archäologischen Funde in Palästina. Außerdem beteiligte er sich, so die Universitätschronik, parteinehmend im preußischen Kulturkampf, »eifrig« an den »kirchenpolitischen Fehden«, etwa mit der Schrift »Der deutsche Gewissenskampf gegen den Vatikanismus«, 1882).

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13844 (Schlottmann); Chronik 1887/88, S. 13 ff.; Schriften.

Autor: HE

Zum Seitenanfang