Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gustav Clemens Schmelzeisen

geboren: 27. Juni 1900 Düsseldorf
gestorben: 29. April 1982 Baden-Baden
Konfession: katholisch
Vater: Postinspektor

Gustav Clemens Schmelzeisen

Das Reifezeugnis erhielt Schmelzeisen 1918 in Düsseldorf, die Rechte studierte er in Heidelberg, Kiel und Bonn. 1922 legte er in Köln die erste juristische Staatsprüfung ab und wurde Gerichtsreferendar in Ratingen und Düsseldorf. 1924 promovierte er an der Universität Münster mit einer Arbeit über das Privatrecht im Jülicher Landrecht von 1537. 1926 legte er die zweite juristische Prüfung ab und wurde Gerichtsassessor in Düsseldorf. 1929/30 lehnten die Universitäten Tübingen, Marburg, Heidelberg, Bonn, Halle und Köln seine Habilitation ab. 1931 zum Amts- und Landrichter ernannt, bemühte er sich 1933 von der Universität Köln mit einem Lehrauftrag betraut zu werden, was jedoch abgelehnt wurde. 1934 wechselte er als Amtsgerichtsrat zum Amtsgericht Hechingen, 1938 wurde er Landgerichtsrat beim Landgericht Hechingen. Durch Bekenntnisschriften ausgewiesen (»Die Überwindung der Starrheit im neuzeitlichen Rechtsdenken« Berlin 1933, »Das Recht im nationalsozialistischen Weltbild«, Leipzig 1934) habilitierte schließlich die Universität Tübingen Schmelzeisen 1934 mit einer Arbeit zur Rechtsstellung der Frau in der deutschen Stadtwirtschaft. 1937 vertrat er einen Lehrstuhl in Tübingen, 1938 erhielt er einen Lehrauftrag in Kiel, 1939 in Jena. 1940 vertrat er einen Lehrstuhl in Freiburg, danach verwaltete er kommissarisch den Lehrstuhl für deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Wien. 1940/41 war er Lehrstuhlvertreter an der Handelshochschule Königsberg, 1941 an der Universität Heidelberg. Im April 1942 erhielt er schließlich einen Ruf an die Universität Halle auf das planmäßige Extraordinariat für deutsche Rechtsgeschichte, bürgerliches Recht und Handelsrecht. Anfang 1945 nach Hechingen zurückgekehrt, wurde er im Oktober 1945 von der Universität Halle in Abwesenheit entlassen. Da Schmelzeisen erfolgreich gegen den für ihn ungünstigen Beschluss einer Spruchkammer klagte, wurde er wieder im öffentlichen Dienst beschäftigt und erhielt 1956 einen Ruf auf ein Ordinariat der Hochschule für Sozialwissenschaften Wilhelmshaven. Ab 1961 war er ordentlicher Professor der TH Karlsruhe.

Organisationen: Eintritt in die NSDAP am 4. Februar 1933 (Mitglied Nummer 1 484 490), Kulturstellenleiter der Ortsgruppe Stetten bei Hechingen, 1933 NSRB, 1934 NSV, 1935 NSDDB, NS-Kulturgemeinde, RLB, 1936 Kolonialbund (ab 1937 Kreisverbandsleiter), 1937 Fachschaftsleiter der Fachgruppe Richter im Landgerichtsbezirk Hechingen, 1937 VDA.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13857 (Schmelzeisen); Golczewski.

Bild: UAHW

Autor: HE

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