Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hans Schmidt

geboren: 10. Mai 1877 Wolmirstedt
gestorben: 20. Januar 1953 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Baurat

Hans Schmidt

Nach dem Abitur, das Schmidt 1896 am Gymnasium Seehausen (Altmark) ablegte, diente er als Einjährig-Freiwilliger. Ein Studium der Theologie in Tübingen, Berlin und Halle schloss sich an, zugleich wurde Schmidt bei Übungen militärisch weiter ausgebildet und 1901 zum Leutnant der Reserve befördert. 1901 legte er die erste theologische Prüfung ab, von 1901 bis 1903 absolvierte er das Predigerseminar Wittenberg, 1903 folgte die zweite theologische Prüfung. 1904 promovierte er an der Universität Berlin zum Lic. theol. Von 1904 bis 1907 war Schmidt Studieninspektor am Predigerseminar in Naumburg, von 1907 bis 1914 Pfarrer in Breslau. 1909 habilitierte er sich an der Universität Breslau für alttestamentliche Wissenschaft, 1910/11 war er Mitarbeiter des Deutschen evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft in Jerusalem, wo er arabische Volkserzählungen sammelte. 1914 wurde er zum außerordentlichen Professor in Tübingen ernannt. 1914 meldete sich Schmidt freiwillig zum Kriegsdienst. Er wurde an der Ostfront als Kompanieführer eingesetzt, verwundet und mit dem Eisernen Kreuz II., später I., Klasse sowie dem Ritterkreuz des königlichen Hausordens von Hohenzollern ausgezeichnet. 1916 zum Hauptmann befördert, war Schmidt 1918 Batterieführer, im September 1918 wurde er mit der Führung des Landwehr-Infanterie-Regiments 382 betraut. Im Oktober 1918 erneut verwundet, geriet er in englische Kriegsgefangenschaft. Im Offiziersgefangenenlager Lofthouse Park hielt er Vorlesungen und predigte. 1920 zurückgekehrt erhielt er 1921 ein Ordinariat an der Universität Gießen, 1928 nahm der als Mythenforscher und feinsinniger Exeget Geschätzte einen Ruf nach Halle an. Rufe nach Bonn, Göttingen und Berlin lehnte Schmidt ab. Von 1936 bis 1945 war er Dekan der Theologischen Fakultät und zugleich Präsident des Fakultätentages der evangelischen theologischen Fakultäten Deutschlands. Von 1939 bis 1944 leistete er, erneut freiwillig, Kriegsdienst als Major, unter anderem als Leiter der Abteilung Wissenschaft der Wirtschaftsinspektion Süd. 1945 wurde Schmidt emeritiert und im Entnazifizierungsverfahren mit dem Entzug der Altersversorgung bestraft. Von 1946 bis 1948 wirkte er als Pfarrer in Diemitz und Brachwitz, 1949 erhielt Schmidt einen Lehrauftrag an der Universität Halle für Hebräisch.

Organisationen: Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1933 (Mitglied Nr. 2 255 405), bis 1936 Mitglied der Deutschen Christen, Mitglied der Gefängnisseelsorgerischen Vereinigung, einer der beiden deutschen Vertreter im Weltbund gegen den Alkoholismus. 1949 CDU.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13915 (H. Schmidt); DBE Bd. 9, S. 9.

Autor: HE

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