Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Paul Schmidt

geboren: 23. November 1872 Neustadt (Sachsen)
gestorben: 17. März 1950 Halle
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Drahtwarenfabrikant

Paul Schmidt

Schmidt besuchte Schulen in Neustadt, Zittau und Leipzig. Er studierte Medizin an den Universitäten in Leipzig, Würzburg, Berlin, München und Freiburg. Zum Dr. med. promovierte er 1897 in München. Er volontierte an der Frauenklinik und am Pathologischen Institut der Universität München, von 1899 bis 1902 arbeitete er als Schiffsarzt. 1902 wurde er Assistent am Institut für Tropenhygiene in Hamburg, wechselte aber rasch zur Bayerischen Bakteriologischen Untersuchungsstation in Landau. Von 1903 bis 1906 war er Assistent am Hygienischen Institut der Universität Leipzig, hier habilitierte er sich 1907. 1913 zum außerordentlichen Professor ernannt, erhielt er 1914 einen Ruf auf das Ordinariat für Hygiene an der Universität Gießen. Er leistete Kriegsdienst als Hygieniker in Gefangenenlagern und in der Festung Metz (ausgezeichnet mit dem Hessischen Ehrenzeichen für Kriegsverdienste, dem Hessischen Militär-Sanitätskreuz am Kriegsbande und dem Eisernen Kreuz II. Klasse). Von 1917 bis zur Emeritierung 1939 war er ordentlicher Professor in Halle und Leiter des Hygienischen Instituts. Seit den 20er Jahren las er neben der Bakteriologie auch Rassenhygiene, zu seinen Schülern gehörten die SS-Ärzte Mrugowsky und Weyrauch. Schmidt schuf die studentischen »hygienischen Stoßtrupps«, die sozial- und arbeitshygienischen Fragen bearbeiteten, aber vor allem anthropologische Messungen der Bevölkerung der Provinz Sachsen vornahmen. Von 1939 bis 1944 diente Schmidt als beratender Hygieniker im Wehrkreis IV (Dienstgrad: Stabsarzt). 1945 wurde er nach der Verhaftung Seisers wieder Direktor des Hygienischen Instituts und 1949 emeritiert.

Organisationen: 1903 Kolonialbund, 1925 Verein »Deutschland zur See«, im September 1933 Eintritt in den NSDFB (Stahlhelm) 1935 bis 1945 NSV, 1946 FDGB.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13980 (P. Schmidt); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; DBE Bd. 9, S. 17.

Bild: UAHW

Autor: HE

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