Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hermann Schmidt-Rimpler

geboren: 18. Dezember 1838 Berlin
gestorben: 23. September 1915 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Kaufmann

Hermann Schmidt-Rimpler

Schmidt (den Beinamen Rimpler nahm er bei der Hochzeit an) besuchte das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Berlin, die Reifeprüfung legte er 1857 ab. Er studierte am Militärärztlichen Institut der Charité in Berlin und promovierte an der Universität Berlin mit der Dissertation »De tubercolosi testis atque orchitide tubercolosa« 1861 zum Dr. med. Im selben Jahr wurde er Assistent und zugleich Chef de Clinique in Albrecht von Graefes Augenklinik in der Charité. Als Militärarzt nahm er an den Feldzügen 1864 und 1866 teil. 1870/71 diente er als Stabsarzt in der Charité. Nach von Graefes Tod wurde ihm die Leitung der Klinik vertretungsweise übertragen. Ab 1871 baute Schmidt-Rimpler, als etatsmäßiger außerordentlichen Professor, an der Universität Marburg eine Augenklinik auf (Neubau 1885). 1873 wurde er zum ordentlichen Professor befördert, 1890 wechselte er an die Universität Göttingen. 1901 nahm er – im Tausch mit Arthur von Hippel – einen Ruf an die Universität Halle an. 1909 bat er um Entbindung von den Lehrverpflichtungen und trat als Leiter der ophtalmologischen Klinik zurück. 1880/81 in Marburg und 1905/06 in Halle amtierte er als Rektor, ab 1908 war Schmidt-Rimpler, dessen »liberale Gesinnung« der Hallische Generalanzeiger rühmte, Stadtverordneter in Halle, ab 1911 Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung. 1912 wurde er in den Provinziallandtag gewählt. Nach einem Schlaganfall schied er aus der Politik aus. Geehrt wurde er mit dem Kronenorden 2. Klasse und dem Roten Adler-Orden 3. Klasse. Wissenschaftlich machte sich Schmidt-Rimpler um die genaue Eingrenzung zahlreicher Krankheiten verdient, so bei der Beschreibung der Pathogenese der Stauungspapille und der Myopie. Für Operationen am Augapfel führte er neue Methoden ein. Schmidt-Rimpler publizierte über »Glaukom und Ophtalmomalicie« (1875, 2. Auflage 1908), die »Schulkurzsichtigkeit und ihre Bekämpfung« (1890) und die »Erkrankungen des Auges im Zusammenhang mit anderen Krankheiten« (1897, 2. Auflage 1905). Während des Ersten Weltkrieges veröffentlichte er zur Kriegsblindheit. Überaus erfolgreich wurde sein »Lehrbuch der Augenheilkunde und Ophtalmoskopie« (7. Auflage 1901, auch englisch, italienisch, russisch, japanisch). Darüber hinaus verfasste Schmidt-Rimpler populärwissenschaftliche Werke und hielt zahlreiche Vorträge für das interessierte Publikum, etwa zu dem Thema, wie Dichter und Künstler das Auge sahen. Bereits als Gymnasiast hatte Schmidt, in dessen Elternhaus Politiker und Künstler ein und aus gingen, Feuilletons unter dem Namen Armin Faber verfasst.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 13986 (Schmidt-Rimpler); Chronik 1916/17, S. 12 f.; Th. Axenfeld, Hermann Schmidt-Rimpler †, in: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde, 1916, S. 103–119.

Autor: HE

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