Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Paul Schnabel

geboren: 5. September 1887 Steinach, Kreis Sonneberg
gestorben: 23. März 1947 Schkeuditz
Konfession: evangelisch
Vater: Lehrer

Paul Schnabel

Nach dem Schulbesuch in Hildburghausen und Eisenach leistete Schnabel 1906/07 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger in einem Artillerieregiment. Er studierte alte Geschichte und klassische Philologie an den Universitäten Leipzig und Jena. Dort wurde er 1911 zum Dr. phil. promoviert. Von 1912 bis 1914 war er als Lehrer tätig. Von 1914 bis 1918 stand er im Kriegseinsatz als Feuerwerker, vor allem bei den Dardanellen (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, dem Eisernen Halbmond und der Silbernen Liakatmedaille mit Schwertern). 1920 habilitierte er sich an der Universität Halle für das Fach Alte Geschichte. Er erhielt ein Stipendium des preußischen Kultusministeriums und wurde 1926 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. 1927 vertrat er einen Lehrstuhl an der Universität Greifswald. 1930 wurde das Stipendium gestrichen, 1934 erhielt er einen Lehrauftrag für Geschichte des Alten Orients. Sein besonderes Forschungsinteresse gab Schnabel in einem Fragebogen wie folgt an: »Rassische Universalgeschichte, Rassische Kulturgeschichte der Menschheit«. Durch eine nicht ausgeheilte Malariaerkrankung geistig gestört, entzog ihm das Wissenschaftsministerium auf Betreiben von Gaudozentenführer Wagner und Rektor Weigelt die Lehrbefugnis. Ab 1937 war er in Behandlung der Universitätsnervenklinik, wo Klinikchef Hilpert hirnaantomische Veränderungen feststellte. Die Einweisung nach Bethel war geplant, vermutlich starb Schnabel jedoch in der Landesheilanstalt Altscherbitz.

Organisationen: DVP, später DNVP, 1933 Aufnahme in die NSDAP (Mitglied Nr. 1 792 959)

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 14031 (Schnabel); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Auskunft des Standesamtes der Stadt Steinach.

Autor: HE

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