Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Friedrich Schollmeyer

geboren: 12. September 1848 Mühlhausen
gestorben: 17. April 1914 Naumburg
Konfession: evangelisch
Vater: Lehrer, Schulintendant

Friedrich Schollmeyer

Nach dem Besuch der Gymnasien in Mühlhausen und Halberstadt studierte Schollmeyer Rechtswissenschaften an den Universitäten Göttingen und Berlin. Das Referendariat absolvierte er an den Kreisgerichten in Halberstadt und Halle. 1874 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »Die Hypothek des Eigentümers nach dem Gesetz über den Eigentumserwerb und die dingliche Belastung von Grundstücken u. s. w.« zum Dr. jur. Er setzte die Vorbereitungstätigkeit für den Justizdienst am Oberlandesgericht Naumburg und in Berlin fort. 1876 legte er die große Staatsprüfung ab und wurde als Assessor zugelassen. Danach war Schollmeyer Mitglied von Gerichtskommissionen in der Prignitz und in Hohenmölsen. 1877 habilitierte er sich an der Universität Halle mit der Abhandlung »Der gesetzliche Eintritt in die Rechte des Gläubigers, ein Beitrag zur Erläuterung der §§ 40–50, Th. I, Tit. 16 des preußischen allgemeinen Landrechts«. Seine Antrittsvorlesung hielt er über »Die vermögensrechtliche Seite des vormundschaftlichen Amtes nach der neuen preußischen Vormundschaftsordnung«. Als Privatdozent erhielt Schollmeyer ein Stipendium, 1881 wurde er, nach der Veröffentlichung eines Werkes über den »Zwischenstreit unter Parteien« im Reichszivilprozess zum besoldeten außerordentlicher Professor ernannt. 1883 folgte die Ernennung zum ordentlichen Professor der Universität Halle. Schollmeyer publizierte weiterhin zum bürgerlichen Recht (u. a. »Kompensationseinrede im deutschen Reichzivilprozess«, 1884), wobei ihm ohne Schwierigkeiten die Adaption des neuen bürgerlichen Gesetzbuches gelang (»Das Recht der Notwehr nach dem bürgerlichen Gesetzbuch«, 1899; »Das Recht der einzelnen Schuldverhältnisse im BGB« (überarbeitet als Kommentar zum BGB, 3. A. 1904). 1895 nahm er einen Ruf an die Universität Würzburg an. 1900 wechselte er an die Universität Berlin. Von 1905 bis 1908 amtierte Schollmeyer als Kurator der Universität Marburg.

Quellen: UAHW, Rep. 23, Nr. 690 (Dissertation) und 697 (Habilitation); Chronik 1877/78, S. 7; Biog. Jb. u. Dt. Nekrolog, 1914, S. 310; Wer ist’s.

Autor: HE

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