Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gerhard Schrader

geboren: 9. Juli 1900 Oppeln
gestorben: 10. Mai 1949 Bonn-Beuel
Konfession: evangelisch
Vater: Arzt

Gerhard Schrader

Nach dem Besuch von Schulen in Loslau, Rybnik und Beuthen, studierte Schrader von 1919 bis 1924 Medizin. Als Werkstudent arbeitete er am Mittellandkanal, im Hochofenwerk Julienhütte und der Grube Johannschacht. 1924 bestand er die ärztliche Staatsprüfung. Von 1924 bis 1930 war er Praktikant, Volontär und Assistent am Knappschaftslazarett in Hindenburg, dann am Pathologischen Institut der Universität Breslau, an der Universitätsnervenklinik Frankfurt am Main und am Gerichtsmedizinischen Institut Halle. 1931 erhielt er eine planmäßige Assistentenstelle am Gerichtsmedizinischen Institut der Universität Bonn, wo er sich noch im selben Jahr habilitierte. Am 1. November 1934 erhielt er einen Ruf auf ein planmäßiges Extraordinariat an die Universität Marburg, hier war er Direktor des Institutes für Gerichtliche und soziale Medizin. 1937 nahm er einen Ruf in gleicher Stellung nach Halle an. Hier war er Mitglied des Gerichtsärztlichen Ausschusses der Provinz Sachsen und des Erbgesundheitsgerichtes Halle. 1941 lehnte er einen Ruf nach Straßburg ab, daraufhin wurde seine Stelle in Halle in ein planmäßiges Ordinariat umgewandelt. 1942 wurde Schrader zum Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für gerichtliche Medizin und Kriminalistik ernannt. 1943 war er in Winniza (Ukraine) tätig, wo er einen Massenmord des NKWD untersuchte. 1945 wurde er von der Universität Halle entlassen. Er war Arzt in Leverkusen, 1949 starb er in Bonn an einem angeborenen Herzfehler.

Organisationen: 1. Mai 1933 Aufnahme in die NSDAP (Mitglied Nr. 2 117 844), im November 1933 Eintritt in die SA, 1934 Sanitäts-Rottenführer im NSKK, 1941 Beförderung zum Sanitäts-Obersturmführer, stellvertretender Standartenarzt, bis 1937 Mitarbeiter des Rassenpolitischen Amtes Gau Kurhessen.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 14227 (Schrader); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Mallach.

Autor: HE

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