Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Walter Schürmann

geboren: 14. Mai 1880 Lüdenscheid
gestorben: 27. Januar 1974 Bochum
Konfession: evangelisch
Vater: Kaufmann

Walter Schürmann

Die Reifeprüfung legte Schürmann 1901 am Gymnasium Krefeld ab. Er studierte Medizin an den Universitäten Freiburg, Kiel, Gießen, München und Kiel. 1906 bestand er das Staatsexamen. Danach volontierte er am Allgemeinen Krankenhaus Hagen. 1907 erhielt er die Approbation und promovierte zum Dr. med. 1908 trat er eine Stelle am Institut für Experimentelle Therapie der Akademie Düsseldorf an, 1909 wechselte er an das Pathologische Institut der Universität Marburg. 1910 erhielt Schürmann eine Anstellung am Institut zur Erforschung der Infektionskrankheiten/Schweizer Serum- und Impfinstitut in Bern. 1912 habilitierte er sich für die Fächer Hygiene und Bakteriologie an der Universität Bern. 1914/15 diente Schürmann zunächst als Stabsarzt der Reserve im deutschen Heer (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse) 1915 wurde er nach Halle versetzt. Neben verschiedenen militärischen Aufgaben als Hygieniker (ausgezeichnet mit dem Anhaltischen Friedrichskreuz am grün-roten Band und dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe)leitete er das Hygienische Institut der Universität vertretungsweise. Ebenfalls 1915 habilitierte er sich nach Halle um. Bei der Besetzung des vakanten Ordinariats wurde Schürmann zweimal nicht berücksichtigt, 1918 erhielt er den Professorentitel. 1921 trat er die Stelle des Stadtarztes in Harburg an der Elbe an. 1922 wurde er Oberarzt der Rentnerknappschaft in Bochum und damit Ärztlicher Leiter des Medizinalwesens in Bochum. Ab 1928 lehrte Schürmann als Honorarprofessor der Universität Münster Hygiene, Bakteriologie und Serologie. Von 1937 bis 1945 war er Direktor der Reichsknappschaft, Berlin. 1945 verlor er dieses Amt, auch der Lehrauftrag wurde Schürmann entzogen. Schürmann veröffentlichte zu den Möglichkeiten der Desinfektion und zu epidemischen Krankheiten wie Cholera und Diphterie. Außerdem arbeitete er zur Gewerbehygiene und führte Massenuntersuchungen zum Verlauf der Silikose bei Ruhrbergleuten durch. Für Abderhaldens Handbuch der biologischen Arbeitsmethoden verfasste Schürmann ebenso wie für andere Handbücher zahlreiche Beiträge. Er war Mitautor eines mehrfach aufgelegten Lehrbuches der Mikrobiologie und Immunbiologie, außerdem publizierte er ein Repetitorium der Hygiene, Bakteriologie und Serologie (7. Auflage 1949, auch russisch).

Organisationen: 1933 Eintritt in die NSDAP (Mitglied Nr. 2 794 549)

Quellen: Kürschner; BA R 4901/13275; Angaben des Stadtarchivs Lüdenscheid.

Autor: HE

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