Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hermann Schwartze

geboren: 7. September 1837 Neuhof bei Penkun (Pommern)
gestorben: 20. August 1910 Schloss Tannefeld bei Ronneburg
Konfession: evangelisch
Vater: Gutsbesitzer

Hermann Schwartze

Das Studium der Medizin in Berlin und Würzburg schloss Schwartze 1859 mit der Promotion zum Dr. med. an der Universität Berlin ab. Er leistete Militärdienst als Arzt, danach wurde er Assistent an der Universität Würzburg. 1863 habilitierte sich Schwartze an der Universität Halle für das Fach Ohrenheilkunde. Er baute eine eigene Klinik auf und wurde 1868 zum außerordentlichen Professor ernannt, als erster für dieses Fach in Deutschland. Am Feldzug gegen Frankreich nahm er als Arzt in einem Feldlazarett der IV. Armee teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Ab 1873 wurde das Extraordinariat besoldet, 1896 erhielt Schwartze den Status eines ordentlichen Honorarprofessors. 1903 wurde er zum ordentlichen Professor für Ohrenheilkunde ernannt, ebenfalls als erster in Deutschland für diese Disziplin. Wenige Jahre vor seinem Tod erkrankte Schwartze an einem unheilbaren Nervenleiden, so dass er die Lehre aufgeben und sich in ein Sanatorium begeben musste. Schwartze gilt als Pionier seiner Spezialdisziplin. Er beschrieb die Anatomie des Ohres und setzte gegen den Widerstand der Chirurgen die Durchbohrung des Trommelfells bei operativen Behandlungen durch. Er veröffentlichte ein zweibändiges Handbuch der Ohrenheilkunde und gründete 1864 das Archiv für Ohrenheilkunde. Von verschiedenen Fürstenhäusern (u. a. Mecklenburg, Schwarzburg, Anhalt, Sachsen-Weimar) wurde er als behandelnder Arzt beschäftigt. Er war Mitglied von wissenschaftlichen Gesellschaften im In- und Ausland u. a. Ehrenmitglied der American otological society. Kollegen und Schüler ehrten ihn 1907 mit einer Festschrift, Preußen verlieh ihm den Roten Adler-Orden 3. Klasse und den Kronen-Orden II. Klasse. Die Universität Halle stiftete die Hermann-Schwartze-Medaille.

Quelle: UAHW, Rep. 11, PA 14539 (Schwartze); Festschrift 1944.

Autor: HE

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