Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Johann Christoph Schwartz

geboren: 20. Mai 1846 Riga
gestorben: 22. November 1915 in Zehlendorf bei Berlin
Konfession: evangelisch
Vater: Ratsherr (?)

Johann Christoph Schwartz

Schwartz studierte an den Universitäten Dorpat, Heidelberg, Leipzig und Berlin Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und Geschichte. 1870 promovierte er an der Universität Leipzig zum Dr. jur. Nach dem Studium kehrte Schwartz nach Riga zurück und trat eine Stelle als Auskultant (Referendar) beim Rat der Stadt Riga an. 1881 wurde er, wie zahlreiche seiner Vorfahren, Ratsherr der Stadt. Zugleich leitete er die – mit richterlichen Befugnissen ausgestattete – Kriminaldeputation der Stadt. Als 1889 der Rigaische Rat als Justizbehörde aufgehoben und durch russische Gerichte ersetzt wurde, siedelte Schwartz mit seiner Familie nach Berlin über. 1891 wurde er naturalisiert und studierte an der Universität Berlin erneut Rechtswissenschaften. Nach der Wiederholung sämtlicher Prüfungen habilitierte sich Schwartz 1898 an der Universität Berlin für die Fächer Zivilprozessrecht, Konkursrecht, Rechtsgeschichte und bürgerliches Recht. 1902 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Professors, 1902 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Halle berufen. Schwartz verfasste mehrere rechtshistorische Untersuchungen, außerdem Analysen zum aktuellen bürgerlichen Recht (»Das Billigkeitsurteil des § 828 BGB«, 1904); »Erneuerung deutscher Rechtspflege«, 1908). Sein Hauptwerk war die 1898 erschienene, umfangreiche Studie über vierhundert Jahre deutscher Zivilgesetzgebung.
1909 erkrankte Schwartz, wie es in der Personalakte heißt, an einer reizbaren Nervenschwäche, die mit Ermüdungserscheinungen und einer Verlangsamung der Herztätigkeit einher ging. 1910 zwang ihn die Krankheit zur Aufgabe der Lehrtätigkeit. Seinen Ruhestand verlebte Schwartz in seinem Haus in Berlin-Zehlendorf, nicht, wie es in einer Zeitungsmeldung hieß, in einem »Sanatorium«.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 14537 (Schwartz); Chronik 1916/17, S. 13; Dissertation ohne Lebenslauf.

Autor: HE

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