Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst Siefert

geboren: 9. Oktober 1874 Gerstungen
gestorben: 15. Oktober 1904 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Erster Staatsanwalt in Weimar

Ernst Siefert

Siefert besuchte Schulen in Eisenach und Weimar, ein Studium der Medizin an der Universität Jena schloss sich an. 1897 promovierte er zum Dr. med. 1898 erhielt er die Approbation. Militärdienst leistete er 1898/99 als einjährig-freiwilliger Arzt bei der Marine in Kiel. Von 1899 bis 1903 war er Assistenzarzt an der Universitätsnervenklinik Halle, 1903/04 Zweiter Arzt bei der Städtischen Nervenheilanstalt Dresden. Von 1904 bis 1929 leitete er die Irrenabteilung am Strafgefängnis Halle. 1907 habilitierte er sich für gerichtliche Psychiatrie, 1913 erhielt er den Professorentitel. Im Ersten Weltkrieg diente Siefert als Oberarzt der II. Marinedivision Wilhelmshaven, als Schiffsarzt auf S.M.S. »Von der Tann«, danach bis Kriegsende als Oberarzt im Kriegslazarett Brügge (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse sowie dem Bayerischen Verdienstorden). Nach 1918 entfaltete Siefert eine ausgedehnte gerichtsärztliche Tätigkeit als psychiatrischer Sachverständiger. Als Publizist kritisierte Siefert Strafvollzugsreformen und veröffentliche Studien über »Minderwertige«. 1921 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. 1939 stellte er die Lehrtätigkeit ein.

Organisationen: DNVP bis zur Auflösung der Partei, Stahlhelm, überführt in den NSDFB, Förderndes Mitglied der SS.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 14735 (Siefert); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407.

Autor: HE

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