Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Rudolf Smend

geboren: 5. November 1851 Lengerich (Westfalen)
gestorben: 27. Dezember 1913 Ballenstedt
Konfession: evangelisch-reformiert
Vater: Pastor

Rudolf Smend

Die Reifeprüfung legte Smend 1869 in Münster ab. Er studierte Theologie und semitische Sprachen an den Universitäten Göttingen, Berlin und Bonn. 1874 promovierte er an der Universität Bonn mit einer Dissertation zur arabischen Dichtung (»De Dsu r’Rumma poeta arabico et carmine eius«). 1875 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »Moses apud prophetas sive quidnam prophetae saeculi noni et octavi de religionis israeliticae moribus et institutis eorumque origine et antiquitate prodant« zum Lic. theol. und wurde habilitiert. Smend beschäftigte sich vor allem mit dem Alten Testament, 1880 veröffentlichte er einen viel beachteten Kommentar zu Ezechiel. 1880 wurde er als ordentlicher Professor für Altes Testament an die Universität Basel berufen. 1889 kehrte Smend als Ordinarius für biblische Wissenschaften und semitische Sprachen an die Universität Göttingen zurück. Hier, in der Philosophischen Fakultät, entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zu seinem einstigen Lehrer Julius Wellhausen. Smend untersuchte wie dieser die Schriften des Alten Testaments philologisch und historisch. Er kommentierte unter anderem den Jesus Sirach (1906) und erweiterte die Pentateuchforschung durch die Einführung einer weiteren Quelle (»Erzählung des Hexateuch«, 1912). (Von Otto Eißfeld wurden diese Arbeiten in dessen Hexateuchsynopse (1922) aufgenommen.) Smend verfasste auch ein Lehrbuch der alttestamentlichen Religionsgeschichte (1893, 2. Auflage 1899) in dem er die biblische Schrift philologisch bzw. historisch-kritisch erläuterte. 1897/98 amtierte er als (Pro)Rektor der Universität Göttingen.

Quellen: UAHW, Rep. 27, Nr. 849; Dissertationen; Baseler Professoren, S. 240; www.bautz.de

Autor: HE

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