Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hermann Graf zu Solms-Laubauch

geboren: 23. Dezember 1842 Laubach bei Gießen
gestorben: 24. November 1915 Strassburg
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Grundbesitzer

Hermann Graf zu Solms-Laubauch

Zu Solms-Laubach studierte Naturwissenschaften, speziell Botanik an den Universitäten Gießen, Berlin und Freiburg. 1865 promovierte er an der Universität Berlin mit der Dissertation »De Lathraeae generis positione systematica«. Seine Studien setzte er an der Universität Halle fort und habilitierte sich 1868 mit einer Schrift über die Bryogeographie portugiesischer Moose. 1872 wechselte er als Privatdozent mit seinem Mentor de Bary an die Universität Strassburg. 1879 wurde er als ordentlicher Professor und Direktor des botanischen Gartens an die Universität Göttingen berufen. 1883/84 unternahm zu Solms-Laubach eine Expedition nach Java wo er phanerogame Moose untersuchte. Weitere wissenschaftliche Reisen führten ihn in die Schweiz, nach Frankreich und nach Portugal. 1888 erhielt Solms-Laubach einen Ruf an die Universität Berlin. Er nahm an, machte jedoch die Zusage rückgängig, da ihm die Nachfolger seines Mentors de Bary an der Reichsuniversität Strassburg angetragen wurde.
Solms-Laubach arbeitete vor allem zur Morphologie und Systematik der parasitischen Blütenpflanzen (Farne, Moose) sowie über Algen und Pilze. Außerdem forschte er über Kulturpflanzen (»Die Herkunft, Domestikation und Verbreitung des gewöhnlichen Feigenbaums«, 1881) und stellte Gesichtspunkte einer allgemeinen Pflanzengeographie vor. 1887 publizierte er eine »Einführung in die Palaeophytologie vom botanischen Standpunkt aus«. 1908 trat der langjährige Herausgeber der Botanischen Zeitung in den Ruhestand.
Zu Solms-Laubach gehörte zahlreichen Akademien und wissenschaftlichen Gesellschaften in Europa und den USA an, u. a. der preußischen, bayerischen und schwedischen Akademie sowie der Leopoldina. Geehrt wurde der Rechtsritter des Johanniter-Ordens u. a. mit dem Roten Adler-Orden IV. Klasse und dem Kronen-Orden 3. Klasse.

Quellen: Wer ist’s? 1911; Habilitationsschrift; Jan-Peter Frahm, Jens Eggers, Lexikon deutschsprachiger Bryologen, S. 496 f.; Gerhard Wagenitz, Hermann Graf zu Solms-Laubach. In: Arndt u. a., Göttinger Gelehrte – Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Bildnissen und Würdigungen, Göttingen 2001, Band 1, S. 226.

Autor: HE

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