Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst von Stern

geboren: 25. Juni (8. Juli) 1859 Gut Seyershof (Livland)
gestorben: 27. April 1924 Halle
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Gutsbesitzer

Ernst von Stern

Von Stern studierte klassische Philologie und Archäologie, im Oktober 1884 promovierte er an der Universität Dorpat zum Dr. phil. Im Dezember des selben Jahres habilitierte er sich an der Universität Odessa. Dort wurde er 1886 zum außerordentlichen, 1888 zum ordentlichen Professor ernannt. 1900/01 lehrte er an der Universität Moskau. Von 1896 bis 1911 war er ordentlicher Professor an der Universität Odessa und Direktor des dortigen Museums der Kaiserlichen Gesellschaft für Geschichte und Altertümer, zugleich leitete er von 1908 bis 1911 die Frauenhochschule in Odessa. Außerdem war er von 1908 bis 1911 Ehrenkurator der St. Pauli-Realschule in Odessa. Seit 1910 war von Stern Mitglied der Kaiserlich-Archäologischen Kommission in St. Petersburg. 1906 scheiterten Berufungsverhandlungen, da der Zar ihn zum Kaiserlichen Staatsrat ernannte und größere Mittel für Forschungen zur Verfügung stellte. Obwohl von Stern verschiedene hohe russische Auszeichnungen erhielt und 1911 zum wirklichen kaiserlichen Staatsrat mit dem Titel Excellenz ernannt wurde, nahm er jetzt einen Ruf an die Universität Halle an. Die Fakultät wollte von Stern, wie es das Votum zum Dreiervorschlag ausweist, vor allem wegen seiner vielseitigen Interessen gewinnen. Hervorgehoben wurde, dass von Stern ebenso zur römischen wie zur griechischen Geschichte publiziert hatte. Als großes Verdienst wertete die Fakultät Sterns Grabungen auf der Halbinsel Krim und die »glückliche Aufdeckung« der planmäßig betriebenen Fälschungen bedeutender Goldfunde (Tiara des Saitaphernes). Von Stern grub auch auf der Insel Berezunij und beschrieb hier eine »paramykenische Kultur«. Den Horizont der Geschichtsschreibung erweiterte er mit seinem 1908 auf dem internationalen Historikerkongress zu Berlin gehaltenen Vortrag über die griechische Kolonisation am Nordufer des Schwarzen Meeres. Ab 1921 war von Stern Vertreter der Universität Halle in der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft. 1923 hielt er Vorlesungen am Herderinstitut in Riga, Urlaub erbat er dazu mit der Begründung, »dem baltischen Deutschtum in seinen Bestrebungen, deutsche Wissenschaft und Kultur weiter zu pflegen, dienstbar zu sein.« 1923 zum Rektor gewählt, verstarb er am Ende seiner Amtszeit.

Quelle: UAHW, Rep. 11, PA 14433 (von Stern)

Autor: HE

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