Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Wilhelm Stoeltzner

geboren: 19. Dezember 1872 Berlin
gestorben: 26. Dezember 1954 Berlin
Konfession: evangelisch
Vater: Lithograph, Kunstmaler

Wilhelm Stoeltzner

Das Königstädtische Gymnasium Berlin verließ Stoeltzner 1891 mit dem Zeugnis der Reife. Danach studierte er an der Universität Berlin Medizin. 1895 promovierte er hier mit der Dissertation »Über die Anwendbarkeit der vertikalen Extension bei der Behandlung von Oberschenkelfrakturen rachitischer Kinder« zum Dr. med. Seit 1894 war er Volontärassistent an der Kinderklinik der Berliner Universität (Charité), ab 1898 besoldeter Assistent, ab 1899 Erster Assistent. 1903 habilitierte sich Stoeltzner an der Universität Berlin für das Fach Kinderheilkunde. 1904 erhielt er den Ruf auf eine außerordentliche Professur an der Universität Halle und wurde zum Leiter der Kinderklinik ernannt. 1921 erhielt er den Status eines persönlichen Ordinarius. 1925 nahm er Ruf einen Ruf an die Universität Greifswald an, da die Bedingungen, unter denen Stoeltzner in Halle arbeiten musste, wegen des baulichen Zustandes der Klinik inakzeptabel geworden waren. Er wurde jedoch im selben Jahr an die Universität Königsberg versetzt und dort wegen seiner jüdischen Ehefrau1937 zwangsweise emeritiert. 1945 wurde er als einer der wenigen unbelasteten Professoren für die Berliner Universität reaktiviert und leitete den Wiederaufbau der teilweise zerstörten Kinderklinik der Charité. Nachdem die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt war, kam Stoeltzner um seine Emeritierung nach. Wissenschaftlich widmete sich Stoeltzner vor allem dem Problem des Knochenwachstums. Neben zahlreichen Arbeiten zur Rachitis publizierte Stoeltzner über richtige Säuglingsernährung, Anämien, Tuberkulose, Chorea und sogenannten Mongolismus.

Organisationen: DVP, 1930 Staatspartei; Reichsbund der deutschen Beamten.

Quellen: Dissertation; Leopoldina MM 3463 (Stoeltzner); BA R 4901/13278.

Autor: HE

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