Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Johann(es) Thomae

geboren: 11. Dezember 1848 Laucha an der Unstrut
gestorben: 2. April 1921 Jena
Konfession: evangelisch
Vater: Schulrektor

Johann(es) Thomae

Thomae besuchte die Stadtschule in Laucha und wurde von seinem Vater auf das Gymnasium vorbereitet. Die Reifeprüfung legte er 1861 am Domgymnasium in Naumburg ab. Er begann das Studium der Mathematik in Halle und leistete Militärdienst als Einjährig Freiwilliger. Das Studium setzte er an den Universitäten Göttingen und Berlin fort. 1864 promovierte er an der Universität Göttingen mit der Dissertation »Die allgemeine Transformation der Thetafunktionen mit beliebig vielen Variabeln« zum Dr. phil. Auf die Habilitation bereitete er sich im elterlichen Haus in Laucha vor. 1866 habilitierte er sich an der Universität Göttingen und nahm als Unteroffizier am Feldzug gegen Österreich teil. 1867 habilitierte sich Thomae nach Halle um. Dazu legte er die Schrift »De propositione quadam Riemanniana ex analysi situs« vor, in der er Funktionen veränderlicher Größe bzw. Logarithmen untersuchte. 1870/71 wurde er zum Garnisionsdienst eingezogen. Die Beförderung zum außerordentlichen Professor folgte 1872. 1873 veröffentlichte er die Studie »Ebene geometrische Gebilde erster und zweiter Ordnung von Standpunkte der Geometrie der Lage betrachtet«. 1874 wurde Thomae als ordentlicher Professor an die Universität Freiburg berufen. 1879 wechselte er an die Universität Jena berufen. Hier war er mehrfach Dekan der philosophischen Fakultät, zum Rektor wurde er 1888 und 1901 gewählt. In den Ruhestand trat er 1914. Thomae behandelte zahlreiche Gebiete der Mathematik, etwa die Raumgeometrie, Integralrechnung, vor allem aber die komplexe Funktionstheorie. Neben zahlreichen Aufsätzen und Monographien verfasste er das Lehrbuch »Elementare Theorie der analytischen Funktionen« (1880, 2. Auflage 1898).

Quellen: Leopoldina-Archiv MM 2393 (Thomae); Lexikon bedeutender Mathematiker, S. 459; Habilitationsschrift Halle; Hartwig Göpfert, Carl Johannes Thomae 81840–1921) – Kollege Georg Cantors an der Universität Halle, Report on Didactics and History of Mathematics, No. 21 (1999), MLU FB Mathematik und Informatik.

Autor: HE

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