Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Wilhelm Troll

geboren: 3. November 1897 München
gestorben: 28. Dezember 1978 Mainz
Konfession: "christlich", bis 1919 katholisch
Vater: Oberarzt

Wilhelm Troll

Troll besuchte Schulen in Wasserburg am Inn, Rosenheim und München. 1916 legte er das Abitur ab. Er leistete Kriegsdienst an der Westfront, wurde zum Leutnant befördert und mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Militärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Von 1918 bis 1922 studierte er Naturwissenschaften, vor allem Botanik an der Universität München. 1921 promovierte er mit einer Arbeit »Über Staubblatt und Griffelbewegungen und ihre teleologische Bedeutung«. 1922 bestand er die Prüfung für das höhere Lehramt. Von 1923 bis 1932 war Troll Assistent am Botanischen Institut der Universität München, hier habilitierte er sich 1925 mit einer Arbeit über »Die natürlichen Wälder im Gebiete des Isarvorlandgletschers. Der pflanzengeographische Typus einer nordalpinen Glaziallandschaft«. Troll befasste sich in der Folgezeit vor allem mit morphologischen Studien, seine zwischen 1937 und 1942 veröffentlichte vergleichende Morphologie der höheren Pflanzen verstand er als Kritik an einem mechanistischen und »richtungslosen« Verständnis der Evolutionstheorie. Von 1928 bis 1930 nahm er an der Sundaexpedition teil. 1931 wurde er zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt, 1932 erhielt er einen Ruf an die Universität Halle als ordentlicher Professor der Botanik, zugleich leitete er das Botanische Institutes und den Botanischen Garten der Universität. 1943 erhielt er einen Forschungsauftrag über die Struktur von Fasern vom Zellwolle- und Kunstseide-Ring beim Reichsforschungsrat. 1945 mit dem »Abderhaldentransport« deportiert, gelang ihm die Rückkehr nicht, so dass er vorübergehend als Gymnasialdirektor in Kirchheimbolanden wirkte. 1946 nahm er einen Ruf als ordentlicher Professor und Leiter des Botanischen Gartens der Universität Mainz an.

Organisationen: 1933 Meldung zur NSDAP, 1934 Ablehnung der Aufnahme in die NSDAP durch die Ortsgruppe Halle-Moritzburg.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16126 (Troll); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Nickel.

Bild: UAHW

Autor: HE

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