Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Benno Tschischwitz

geboren: 11. Februar 1828 Schweidnitz (Schlesien)
gestorben: um 1890 Zürich (Schweiz)
Konfession: evangelisch
Vater: Chirurg

Benno Tschischwitz

Die Reifeprüfung legte Tschischwitz 1849 am Gymnasium Schweidnitz ab. Er studierte Geschichte, klassische und neuere Philologie, Philosophie und Literaturgeschichte an der Universität Halle, u. a. bei Heinrich Leo und Robert Prutz. 1854 trat er eine Stelle als Sprachlehrer an einem Bremer Handelsinstitut an, wenig später wechselte er an eine höhere Töchterschule der Hansestadt. Versuche, sich als Schriftsteller und Dichter zu etablieren, waren erfolglos (»Lieder eines Verbannten«, Gedichte, 1859; »Die Letzte der Inka oder Franz Pizarros Tod«, Trauerspiel, 1858). 1860 wechselte er als Lehrer an die Realschule des Waisenhauses der Franckeschen Stiftungen in Halle, hier verfasste er mehrere substantielle Beiträge zu historischen und mythologischen Bezügen im Werk Shakespeares (gesammelt in: (»Shakespeare-Forschungen«, 1868; darin u. a. »Shakespeares Hamlet, vorzugsweise nach historischen Gesichtspunkten erläutert«, »Nachklänge germanischer Mythen in den Werken Shakespeares«). 1867 promovierte Tschischwitz an der Universität Halle mit der Dissertation »Articuli determinativi Anglici historia«. 1871 habilitierte er sich auf Betreiben August Friedrich Potts mit der Arbeit »De ornatibus epithetis in Shakesperi operibus« für neuere Philologie, speziell Anglistik, ein, wie Pott formulierte, »schmerzlich als verwaist gefühltes Fach«. 1874 erhielt Tschischwitz den Ruf auf eine Professur am Polytechnikum in Zürich (Schweiz). Doch bereits 1876 suchte er hier um seine Entlassung nach. Tschischwitz reagierte damit auf studentische Proteste, die ihm oberflächliche Lehrmethoden (»Charivari«) vorwarfen. Tschischwitz widmete sich jetzt, nachdem auch ein weiteres von ihm verfasstes Trauerspiel wenig erfolgreich an den deutschen Bühnen lief (»Agnes von Meran«, 1874), gemeinsam mit Richard Gosche der Neuausgabe der Schlegel-Tieckschen Shakespeare-Ausgabe. Außerdem übersetzte und edierte er Walter Scotts Romane (Gesamtausgabe 1876 ff.)

Quellen: UAHW, Rep. 21, II Nr. 105; Dissertation; Habilitationsschrift; Programme der Realschule der Stiftungen; Franz Brümmer, Deutsches Dichterlexikon, Stuttgart 1877, S. 439; UAHW, Rep. 21, II Nr. 114; Auskunft von Angela Gastl, Archiv der ETH Zürich.

Autor: HE

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