Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Goswin Karl Uphues

geboren: 13. März 1841 Brochterbeck (Westfalen)
gestorben: 10. September 1916 Halle
Konfession: katholisch, ab 1881 evangelisch
Vater: nicht ermittelt

Goswin Karl Uphues

Zunächst war Uphues katholischer Geistlicher, Erzieher und Lehrer, bis 1876 wirkte er als Schulinspektor in Ahaus. 1875 promovierte er an der theologischen und philosophischen Akademie Münster mit der Dissertation »Die philosophischen Untersuchungen der Platonischen Dialoge Sophistes und Parmenides« zum Dr. phil. 1876 wurde er wegen seiner Stellung zur Konfessionsschule suspendiert und siedelte in die Schweiz über, wo er von 1877 bis 1882 als Professor am Gymnasium Aarau lehrte. 1882 trat er eine Stelle an einer Privatschule in Halle an und habilitierte sich 1884 für das Fach Philosophie. 1890 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt, besoldet wurde er ab 1895 (emeritiert 1914). Uphues, der vor allem pädagogische, logische und erkenntnistheoretische Vorlesungen hielt, befasste sich auch mit psychologischen Fragen. Als Psychologe war er vor allem nüchterner Empiriker (»Wahrnehmung und Empfindung«, 1888, »Psychologie des Erkennens aus empirischem Standpunkte«, 1893; »Vom Bewusstsein«, 1904). In der Erkenntnistheorie näherte er sich den moderneren Philosophen seiner Zeit an (»Reform des Erkennens«, 1903). Die Wirklichkeit verstand er jedoch als »Selbstentäußerung Gottes« und bemühte sich, wie Ziegenfuss und Jung in ihrem Philosophenlexikon schrieben, um die »Ausgestaltung seines mystischen Pantheismus«. (Über die Idee einer Philosophie des Christentums«, 1901).

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16361 (Uphues); Dissertation; Ziegenfuss/Jung, Band 2.

Autor: HE

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