Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Emil Utitz

geboren: 27. März 1883 Prag
gestorben: 2. November 1956 Jena
Konfession: evangelisch, früher jüdisch, später ohne
Vater: Lederwarenfabrikant

Emil Utitz

Utitz studierte Philosophie an den Universitäten Prag, München und Leipzig, wurde 1906 promoviert und habilitierte sich 1910 an der Universität Rostock. 1916 erhielt er den Professorentitel, 1921 den eines nichtbeamteten außerordentlichen Professors. 1925 nahm er einen Ruf als ordentlicher Professor für Philosophie an die Universität Halle an. Hier befasste er sich vor allem mit psychologischen Fragen. Am 29. April 1933 beurlaubt, wurde er am 23. September 1933 nach § 3 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt. Utitz emigrierte nach Prag und wurde dort nach Fürsprache des Germanisten Ferdinand Josef Schneider mit der Ordnung des Nachlasses des Phänomenologen Franz Brentano betraut. 1934 erging an ihn ein Ruf der Deutschen Universität Prag auf den Lehrstuhl für Philosophie (unico primo loco). Nach dem Einmarsch der Wehrwacht verhaftet, wurde Utitz in das Konzentrationslager Theresienstadt verbracht. 1945 wurde er erneut Professor an der Universität Prag.

Organisationen: 1919 DDP, später ausgetreten. Mitglied des Rotary Clubs. Austritt im Mai 1933, da der hallische Club im April eine Erklärung in die Schweiz gesandt hatte, die sich gegen die von der ausländischen Presse behaupteten »Greueltaten« an Juden wandte.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16380 (Utitz); DBE Bd. 10, S. 172; Leaman; Protokoll der Zusammenkunft des Rotary Clubs Halle, 30. März 1933, in: Leopoldina-Archiv, Nachlass Abderhalden, Nr. 803.

Autor: HE

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