Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Wilhelm Waetzoldt

geboren: 21. Februar 1880 Hamburg
gestorben: 5. Januar 1945 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Geheimer Oberregierungsrat im Preußischen Kultusministerium, Schriftsteller

Wilhelm Waetzoldt

Waetzoldt besuchte Schulen in Hamburg, Berlin und Magdeburg, 1899 legte er das Abitur am Gymnasium Unser Lieben Frauen Magdeburg ab. Er studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturgeschichte an den Universitäten Berlin und Marburg, 1903 wurde er mit einer Dissertation über Hebbel promoviert. Ausgedehnte Reisen schlossen sich an. 1908/09 war er Assistent am Kunsthistorischen Institut Florenz, von 1909 bis 1911 an der Bibliothek Warburg in Hamburg. 1911/12 arbeitete er als Bibliothekar bei den Staatlichen Museen Berlin. 1912 wurde Waetzoldt zum Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Halle berufen. 1914 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. An der Westfront eingesetzt, wurde er zweimal schwer verwundet (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, dem Anhaltischen Friedrichskreuz, dem Hanseatenkreuz sowie dem Oldenburgischen Friedrich-August-Kreuz II. Klasse). 1915 diente er als Adjutant des Kommandeurs des Offiziersgefangenenlagers Magdeburg, 1916 wurde er zur Landwehr versetzt und setzte die Lehrtätigkeit in Halle fort. 1919 nahm er an den Kämpfen gegen die Spartakisten in Halle teil. Ende 1919 wurde er Hilfsarbeiter im Preußischen Kultusministerium, führte die Lehrtätigkeit jedoch bis zur Ernennung zum Vortragenden Rat im Preußischen Kultusministerium (1920) weiter. Von 1927 bis 1933 war Waetzoldt Generaldirektor der Staatlichen Museen Berlin, unter anderen verantwortete er den Neubau des Pergamonmuseums. Zugleich wirkte er als Honorarprofessor der Universität Berlin. Anfang Juli 1933 wurde er seines Amtes enthoben, weil er Juden angestellt und die moderne Kunst gefördert hatte. Die ebenfalls erhobenen Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten konnte Waetzoldt ausräumen, den ihm offerierten Eintritt in die NSDAP und die Wiedereinsetzung in sein früheres Amt lehnte er ab. Im September 1934 wurde er gegen den Willen des Rektorates zum Ordinarius an der Philosophischen Fakultät der Universität Halle ernannt. Von November 1938 bis März 1940 war er kommissarisch Dekan der Philosophischen Fakultät. 1944 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse.

Organisationen: Im September 1933 Eintritt in das NSKK.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16543 (Waetzoldt); DBE Bd. 10, S. 273.

Autor: HE

Zum Seitenanfang