Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Walter Weisbach

geboren: 29. September 1889 Berlin
gestorben: 2. September 1962 Den Haag
Konfession: evangelisch (uniert), später jüdisch
Vater: Kursmakler

Walter Weisbach

Weisbach besuchte Schulen in Berlin und legte 1908 die Reifeprüfung ab. Danach studierte er Medizin an den Universitäten Freiburg und Berlin, wurde 1914 promoviert und verwaltete eine Assistentenstelle am Hygienischen Institut der Universität Freiburg. 1910/11 und 1914 leistete er Militärdienst als einjährig-freiwilliger Arzt, von 1914 bis 1918 war er als Truppenarzt an der Westfront und auf dem Balkan eingesetzt (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, der Österreichischen Offiziersehrung vom Roten Kreuz mit Kriegsdekoration sowie dem Bulgarischen Militärverdienstorden mit Krone und Schwertern). Von 1918 bis 1920 war er Assistent am Pathologisch-anatomischen Institut des Städtischen Krankenhauses Berlin-Charlottenburg, unter anderem an der Untersuchungsstelle für ansteckende Krankheiten. Von 1920 bis 1925 hatte Weisbach eine Assistentenstelle am Hygienischen Institut der Universität Halle in. 1921 habilitiert, erhielt er 1922 einen Lehrauftrag für Soziale und Gewerbehygiene, 1925 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Im selben Jahr erhielt er die Stelle des wissenschaftlichen Direktors des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden, ab 1926 leitete er auch die Hygiene-Akademie. Der Lehrauftrag für Soziale Hygiene wurde Weisbach wegen seiner jüdischen Abstammung 1933 entzogen. Im Januar 1934 kündigte er Vorlesungen an, doch obwohl Weisbach im Vorlesungsverzeichnis als Angehöriger des Lehrkörpers verzeichnet blieb, kamen sie nicht zustande. Ab 1934 arbeitete er für das Grüne Kreuz der Niederlande in Utrecht, formal behielt er den Wohnsitz in Halle bei, so dass ihm die Lehrbefugnis zunächst erhalten blieb. 1936 wurde ihm die Venia Legendi jedoch auf Grund der Ausführungsbestimmungen zum Reichsbürgergesetz entzogen. Weisbach emigrierte in die Niederlande, während des Zweiten Weltkrieges wurde er in das Konzentrationslager Westerbork verbracht.

Organisationen: 1919 bis 1921 DVP, 1921 Stahlhelm.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16804 (Weisbach); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; DBE Bd. 10, S. 401; Biograph. Handb. der deutschsprachigen Emigration, Bd. 2, S. 1226.

Autor: HE

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