Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst Weitz

geboren: 31. Juni 1883 Pfirt (Oberelsass)
gestorben: 2. März 1954 Gießen
Konfession: evangelisch
Vater: Oberzollinspektor

Ernst Weitz

Den ersten Unterricht erhielt Wietz vom Vater, danach besuchte er humanistische Gymnasien in Saargemünd, Buchsweiler und Mühlhausen (Elsass). Nach der Reifeprüfung (1902) studierte er Mathematik und Naturwissenschaften in Straßburg, München und wieder Strassburg, vor allem Chemie bei Johannes Thiele. Ab 1906 war er als Assistent im chemischen Institut der Universität Strassburg tätig. 1908 promovierte er dort mit einer Arbeit über die Reaktionen des Ortho-Phtalaldehyds zum Dr. phil. nat., 1909 legte er die Prüfung für das höhere Lehramt für die Fächer Chemie, Physik und Mathematik ab. 1915 habilitierte er sich für Chemie mit einer Arbeit über die Stickstoffverbindungen des Goldes. Als militärdienstuntauglich ausgemustert, übernahm er zusätzliche Lehrverpflichtungen an der Universität und wurde 1918 mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet. 1919 wurde Weitz mit den anderen Professoren der Strassburger Universität ausgewiesen und hielt sich von Februar bis April 1919 in Tübingen auf. Danach habilitierte er sich an die Universität Münster um. Zum 1. April 1921 erhielt Weitz die Stelle des Abteilungsvorstehers am Chemischen Institut der Universität Halle berufen und wurde August 1921 zum persönlichen ordentlichen Professor ernannt. Hier lehrte Weitz vor allem anorganische Chemie, besonders für Mediziner und Landwirte. Wissenschaftlich anerkannt wurden seine Untersuchungen über komplexe Stickstoffverbindungen des Goldes, sowie zu Schwermetallen (Thallium, Quecksilber, Blei). Später forschte er zu auch zu Ammoniumverbindungen und immer wieder zum Thema Farbigkeit. 1929 nahm er einen Ruf an die Universität Gießen, als Leiter des Chemischen Instituts und ordentlicher Professor an. 1945, nach Schließung der Universität, wurde er durch die Militärregierung als kommissarischer Leiter des Hessischen Chemischen Untersuchungsamtes Gießen eingesetzt. 1946 nahm er die Tätigkeit an der Universität wieder auf, wurde jedoch 1947 entlassen. 1948, nach Überprüfung seines Falles wurde er wieder eingestellt, 1949 erneut zum ordentlichen Professor ernannt und zugleich in den Ruhestand versetzt. Von 1949 bis 1951 leitete er als kommissarischer Direktor des Chemischen Instituts der Universität Frankfurt den Wiederaufbau des zerstörten Chemischen Instituts.

Organisationen: 1934 bis 1938 Vorsitzender der Fachgruppe für organische Chemie des Vereins Deutscher Chemiker, 1937 NSDAP

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16842 (Weitz); Leopoldina MM 3497 (Weitz); Bernhardt, Gießener Professoren, S. 191.

Autor: HE

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