Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Carl Wentzel

geboren: 9. Dezember 1876 Teutschenthal
gestorben: 20. Dezember 1944 Berlin-Plötzensee
Konfession: nicht ermittelt
Vater: nicht ermittelt

Carl Wentzel

Aus einer alten Bauernfamilie stammend, formierte Carl Wentzel durch Zukäufe von Gütern, eine glückliche Heirat und geschickte Investitionen ein landwirtschaftliches Unternehmen von etwa 9 000 Hektar Größe. Angegliederte Saatzuchtbetriebe, Zuckerfabriken und Brennereien sowie zahlreiche Bergbaubetriebe (Braun- und Steinkohle, Kalk, Kaolin) machten das Unternehmen zu einem der leistungsfähigsten Agrar-Industriekonzerne Deutschlands. Die Universität Halle ernannte Wentzel für seine zahlreichen Dotationen zum Ehrensenator, eine Würde, die der Agrarier als Verantwortung begriff, wie sein andauerndes Engagement für die Hochschule belegte. Ohnehin konservativ eingestellt, geriet Wentzel in scharfen Gegensatz zum NS-Regime. Er nahm an Zusammenkünften des Kreises um den Industriellen Paul Reusch teil. Eines dieser Treffen fand im November 1943 auf Wentzels Schloss in Teutschenthal statt. Hier bot der Ex-Oberbürgermeister Leipzigs, Carl Goerdeler, Wentzel das Amt des Landwirtschaftsminister in einer Regierung nach Hitler an. Der Agrarier lehnte ab, machte Goerdeler aber mit Emil Woermann bekannt, der dieses künftige Amt akzeptierte. Denunziert wurde Wentzel von einem Nachbarn, mit dem er geschäftliche Beziehungen unterhielt. Am 30. Juli 1944 verhaftete ihn die Gestapo, am 13. November 1944 wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 20. Dezember 1944 hingerichtet.

Quelle: Zeitzeugenaussage von Carl-Friedrich Wentzel. In: Fikentscher, Schmuhl, Breitenborn, Bodenreform, S. 201–208.

Autor: HE

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