Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Friedrich Weyrauch

geboren: 21. März 1897 Oberstein an der Nahe
gestorben: 16. November 1940 Jena (Selbsttötung)
Konfession: evangelisch
Vater: Professor

Friedrich Weyrauch

Das Abitur legte Weyrauch am Gymnasium Rathenow ab. Im Ersten Weltkrieg diente er als Offizier im Sächsischen Fußartillerieregiment Nr. 12 und bei einer Artillerieeinheit an der Westfront (entlassen als Leutnant, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, dem Ritterkreuz II. Klasse des Sächsischen Albrechtsordens und dem Oldenburger Friedrich-August-Kreuz I. Klasse). Von 1919 bis 1923 studierte Weyrauch Medizin in Berlin und Marburg, dort legte er 1923 das Staatsexamen ab und promovierte 1924 mit einer bakteriologischen Arbeit. Von 1923 bis 1925 war er Assistent im Institut für Experimentelle Therapie Marburg, von 1925 bis 1928 im Bakteriologischen Institut Jena. In dieser Zeit legte Weyrauch auch die Kreisarztexamen für Thüringen und – nach dem Besuch der Sozialhygienischen Akademie in Berlin-Charlottenburg – für Preußen ab. 1928 war er Kreisarztkandidat an der Psychiatrischen Klinik der Charité, 1928/29 Gewerbehygieniker in Danzig, und 1929 bis 1934 wissenschaftlicher Assistent am Hygienischen Institut der Universität Halle. Nach der Kündigung der Lehraufträge von Wilhelm von Drigalski und Walter Weisbach, erhielt Weyrauch einen Lehrauftrag für Gewerbehygiene. 1934 erhielt er einen Ruf als außerordentlicher Professor an die Universität Jena, 1935 vertrat er den vakanten Lehrstuhl für Hygiene an dieser Universität. 1936 zum ordentlichen Professor ernannt, war er zugleich Leiter des Bakteriologischen Instituts Jena und der Thüringischen Zentralstelle für Gewerbehygiene. Nach Paratyphuserkrankungen von SS-Angehörigen des Konzentrationslagers Buchenwald wurde Weyrauch mit hygienischen Untersuchungen im KZ betraut. Immer wieder zu derartigen Arbeiten herangezogen, erschoss sich Weyrauch, der sich nach einem Nervenzusammenbruch in ärztliche Behandlung begeben hatte, in seinem Arbeitszimmer.

Organisationen: Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1933, Angehöriger der SS.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16976 (Weyrauch); BDC; Zimmermann, S. 183; BA R 4901/13280

Autor: HE

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