Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Edo von Wicht

geboren: 27. Dezember 1909 Buenos Aires
gestorben: 27. März 1985 Planegg
Konfession: evangelisch
Vater: Semannspfarrer

Edo von Wicht

Von Wicht besuchte die Dorfschule in Garstedt bei Hamburg, danach ein Gymnasium in Berlin, wo er 1928 die Reifeprüfung ablegte. Er studierte Medizin in Berlin, Wien und wieder Berlin. Das praktische Jahr absolvierte von Wicht an der Charité, hier wurde er promoviert und war nach der Approbation bis 1938 als Volontärassistent, bzw. Betreuer der Infektionsbaracken tätig. 1938 wurde er planmäßiger Assistent an der Medizinischen Universitätspoliklinik in Halle und schloss 1939 die Facharztausbildung ab. In mehreren Wehrübungen ausgebildet, wurde von Wicht im August 1939 Sanitätsoffizier. Die Untersuchungen für die Habilitationsschrift (»Kreislauffunktionsprüfung an Jugendlichen und Soldaten – Erkennung von Frühschäden«) führte er mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Fachsparte Wehrmedizin, durch. 1940 zum Dozenten ernannt, erhielt von Wicht 1941 einen kurzen Arbeitsurlaub, wurde jedoch wieder eingezogen. Ab 1943 war er Chefarzt (Dienstgrad: Stabsarzt) im Reservelazarett IV Prag. Hier blieb er bis Oktober 1945, da das Lazarett »Abwicklungslazarett« für deutsche Kriegsgefangene und Internierte wurde. Im Oktober 1945 entließ ihn die Universität Halle, so dass er zunächst Abteilungsleiter im Staatskrankenhaus Bad Liebenstein wurde. Im Oktober 1946 versuchte Rudolf Cobet von Wicht als Assistent an die Medizinischen Universitätsklinik Halle zu holen, die SMA verweigerte jedoch die Zustimmung. Nach 1946 arbeitete von Wicht als Chefarzt eines Klinikums in Münster am Stein. Seit 1977 veröffentlichte er Gedichte und war Mitherausgeber eines Literaturalmanachs.

Organisationen: 1934 HJ-Arzt, NSDÄB, NSV, Mitarbeiter des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP, Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1937 (Mitglied Nr. 5 854 011).

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 16985 (von Wicht); UAHW, Rep. 29, F II Nr. 3 Bd. 2; Kürschners Literatur-Kalender, Nekrolog 1971-1998.

Autor: HE

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