Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hermann Wiener

geboren: 15. Mai 1857 Karlsruhe
gestorben: 13. Juni 1939 Darmstadt
Konfession: evangelisch
Vater: Professor am Polytechnikum

Hermann Wiener

Wiener besuchte das Gymnasium in Karlsruhe, die Reifeprüfung legte er 1875 ab. Er studierte Mathematik und der Naturwissenschaften am Polytechnikum Karlsruhe. 1876/77 leistete er Militärdienst als Einjährig Freiwilliger. Ab 1878 setzte er das Mathematikstudium an der Universität München fort. Dort promovierte er 1880 zum Dr. phil. mit der Dissertation »De Involutionibus in curvis planis« (Über Involutionen auf ebenen Kurven). 1880/81 setzte er seine Studien an der Universität Leipzig fort. 1881 legte er in Karlsruhe das Staatsexamen für das höhere Lehramt ab. Danach war er Volontär am Gymnasium in Karlsruhe und Assistent für darstellende und analytische Geometrie sowie Analysis am dortigen Polytechnikum. 1885 reichte er seine Habilitationsschrift »Rein geometrische Theorie der Darstellung binärer Formen durch Punktgruppen auf der Geraden« an der Universität Halle ein. Erstgutachter Georg Cantor lobte »Umsicht« und »Sachkenntnis« und empfahl die Annahme der Arbeit. Seine Antrittsvorlesung hielt Wiener über »Die Raumkurven und deren Singularitäten«. 1894 wurde Wiener auf ein Ordinariat an der TH Darmstadt berufen (1927 emeritiert). Wiener leistete substantielle Beiträge zur Geometrie, unter anderem prägte er den Begriff der Spiegelung (»Über die aus zwei Spiegelungen zusammengesetzten Verwandtschaften«, 1891). Außerdem erarbeitete er mathematische Modelle (»Sammlung mathematischer Modelle«, 1903).

Quelle: UAHW, Rep. 11, PA 17020 (Wiener); Leopoldina-Archiv MM 3062 (Wiener); Lexikon bedeutender Mathematiker, S. 489.

Autor: HE

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