Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Albert Wigand

geboren: 21. Oktober 1882 Kassel
gestorben: 18. Dezember 1932 Hamburg
Konfession: katholisch-apostolisch
Vater: Geistlicher, Vorsteher der katholisch-apostolischen Gemeinde in Kassel

Albert Wigand

Wigand besuchte Gymnasien in Kassel und Frankfurt. Er studierte in Marburg, München und wieder Marburg Naturwissenschaften (vor allem Physik, Chemie, Mineralogie), Mathematik und Philosophie. 1905 wurde er in Marburg zum Dr. phil. promoviert. Von 1905 bis 1907 hatte er eine Assistentenstelle am Physikalischen Institut der Universität Marburg inne. Von 1907 bis 1910 war er Assistent am Physikalischen Institut der TH Dresden, ab dem Sommersemester 1910 am Physikalischen Institut der Universität Halle. 1911 habilitierte er sich hier mit einer Arbeit über die umkehrbare Lichtreaktion des Schwefels für die Fächer Physik und Physikalische Chemie (Dispens von §4 der Universitätsstatuten), 1917 erhielt er den Professorentitel. Während des Ersten Weltkrieges meldete sich Wigand als Kriegsfreiwilliger, wurde verwundet (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse) und diente dann bei den Luftschifftruppen im Kommando der Heimatwetterwarten in Charlottenburg als Leutnant der Reserve. 1920 erhielt Wigand einen Lehrauftrag für das Thema »Physik der Athmosphäre«, behandelt wurden Grundlagen der Meteorologie, Physik der Luftschifffahrt und Flugtechnik. Nachdem er den Lehrstuhl für Experimentalphysik vertreten hatte, erhielt 1925 eine persönliche ordentliche Professur für Physik und Metorologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule Stuttgart-Hohenheim. Zugleich war er Direktor der dortigen Erdbebenwarte. Ab 1926 lehrte Wigand auch an der TH Stuttgart, 1929 nahm er den Ruf auf ein Ordinariat für Meteorologie an der Universität Hamburg an. Bekannt wurde Wigand durch wissenschaftliche Fahrten in Freiballons, Flugzeugen und Luftschiffen. 1913 führte er eine Fahrt von Bitterfeld bis nach Stargard mit dem Freiballon durch, die über Berlin 9000 Meter Höhe erreichte (künstliche Sauerstoffversorgung). Dabei maß er zum ersten Mal in dieser Höhe die UV-Strahlung und das elektrische Potenzialgefälle der Atmosphäre.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 17041 (Wigand); DBE.

Autor: HE

Zum Seitenanfang