Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hugo Winternitz

geboren: 30. Juli 1868 Neveklau (Böhmen)
gestorben: 14. Septmeber 1934 Halle
Konfession: katholisch
Vater: praktischer Arzt

Hugo Winternitz

Nach der Matura, die Winternitz in Linz ablegte, studierte er Medizin in Prag, Wien, Straßburg und wieder Wien. 1894 promovierte er an der Universität Wien zum Dr. med., 1894/95 war er Assistent am physiologisch-chemischen Institut der Universität Straßburg, 1895 bis 1897 Assistent am Hygienischen Institut der Universität Berlin und von 1897 bis 1900 Assistent an der Medizinischen Universitätspoliklinik Halle. Von 1900 bis 1904 hatte er eine Assistentenstelle an der Medizinischen Klinik inne, für seine Habilitation für innere Medizin und Hydrotherapie (1902) wurde dem Katholiken ein Dispens nach § 4 der Universitätsstatuten erteilt. Die Ernennung zum Oberarzt lehnte das Kultusministerium (Althoff) jedoch wegen der katholischen Konfession Winternitz’ ab. Die medizinische Fakultät schlug Winternitz mehrfach für ein Extraordinariat und die Leitung der medizinischen Poliklinik vor, auch das wurde dem Katholiken verweigert. Von 1904 bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Dezember 1932 war Winternitz Oberarzt der Inneren Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses Halle und wurde 1908 doch zum Titularprofessor ernannt. Im Krieg wirkte Winternitz als Beratender Facharzt des IV. Armeekorps, 1916 erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse. Den Lehrstuhl für Innere Medizin an der hallischen Universität vertrat Winternitz mehrfach, 1919 wurde er zum ordentlichen Honorarprofessor ernannt. In dem Fragebogen zum Berufsbeamtengesetz gab Winternitz seine Großeltern nicht an. 1940, nach seinem Tod, ermittelte die Gestapo seine jüdische Herkunft, wodurch seine Kinder als »Halbjuden« galten und Repressalien ausgesetzt waren.

Organisationen: -

Quelle: UAHW, Rep. 11, PA 17148 (Winternitz).

Bild: UAHW

Autor: HE

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