Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst Wolf

geboren: 2. August 1902 Prag
gestorben: 11. September 1971 Garmisch-Partenkirchen
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Pfarrer

Ernst Wolf

Wolf besuchte Schulen in Prag, Pressburg und Wien. Danach studierte er Theologie in Wien, Rostock, Leipzig, Wien, wieder Rostock und Göttingen. Die theologischen Examina legte er 1924 in Wien ab, wurde 1925 in Rostock zum Lic. theol. promoviert und habilitierte sich dort im selben Jahr für Kirchengeschichte. Nach einer Lehrstuhlvertretung in Tübingen (1930/31) wurde Wolf 1931 als persönlicher Ordinarius für Kirchengeschichte und christliche Archäologie an die Universität Bonn berufen. Einen Ruf nach Erlangen lehnte Wolf 1932 ab, im April 1935 wurde er auf Grund § 3 des Gesetzes über Entpflichtung und Versetzung von Hochschullehrern vom 21.1.1935 zwangsweise nach Halle versetzt. Grund war eine Weigerung Wolfs im Auftrag des Konsistoriums Koblenz Prüfungen abzuhalten. Die von staatlichen Stellen neu zusammengestellte Prüfungskommission rühre an »Sinn und Geist« der Kirche. Folgerichtig wurde Wolf 1934 auch vom Dekan der Theol. Fakultät der Universität Bonn mit Vorlesungsverbot belegt. In Halle wurde Wolf mehrfach denunziert, jedoch nicht gemaßregelt. 1942 eingezogen als Sanitätssoldat, kam er zum Luftwaffenlazarett Dölau und hielt weiterhin Vorlesungen. Da seine Bemühungen, aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft in die SBZ entlassen zu werden scheiterten, wechselte Wolf nach Göttingen und vertrat dort zunächst einen Lehrstuhl. Rasch berufen lehrte er in Göttingen Kirchen- und Dogmengeschichte, seit 1957 systematische Theologie.

Organisationen: NSV.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 17234 (Wolf); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; DBE Bd. 10, S. 564.

Autor: HE

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