Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hellmuth Wolff

geboren: 10. April 1876 Frankfurt/Oder
gestorben: 20. Februar 1961 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Ingenieur

Hellmuth Wolff

Nach dem Abitur (1895 Frankfurt/Oder) studierte Wolff in Berlin, Freiburg, Würzburg, München, Kiew und St. Petersburg. 1902 promovierte er zum Dr. rer. pol. an der Universität in Freiburg, danach war er Volontär im Statistischen Amt der Stadt München. 1906 wurde Wolff Adjunkt im Statistischen Amt der Stadt Zürich, von 1908 bis 1933 war er Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Halle. 1909 habilitierte er sich an der Universität Halle für das Fach Statistik, 1914 erhielt er den Professorentitel, 1921 wurde er zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. 1933 versetzte ihn die Stadt Halle auf Grund des § 6 des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand, da das Statistische Amt der Stadt Halle mit dem bisherigen Verkehrsamt und dem bisherigen Wahlbüro zum Amt für Wirtschaft, Verkehr und Statistik zusammengelegt wurde. 1933 zum Direktor des drittmittelfinanzierten Seminars für Verkehrswesen der Universität Halle ernannt, wurde Wolff 1934 Gaubeauftragter für den Radwegebau, Mitglied der Landesplanungsabteilung beim Regierungspräsidium Merseburg und der Landesplanungsgemeinschaft Sachsen-Anhalt beim Oberpräsidium Magdeburg.
Später war er Mitglied der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung und bearbeitete Aufträge über Vorkommen und Nutzung von Steinen und Erden sowie für den Reichskommissar zur Festigung Deutschen Volkstums. 1945 entließ ihn die Universität, beauftragte ihn jedoch mit der Neuordnung und Katalogisierung der im Krieg beschädigten Bibliothek des Seminars. 1946 auch aus dieser Position entfernt, ernannte ihn die Universität nach der Entnazifizierung 1947 zum Kustos der Sammlungen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Daneben war er Gutachter für staatliche Stellen. 1949 erhielt Wolff einen Lehrauftrag für Statistik und die Wirtschaft der Sowjetunion an der Martin-Luther-Universität. 1950 lehnte er einen Ruf an die Humboldt-Universität Berlin, wo er Verkehrswesen lehren sollte, ab. 1952 wurde Wolff pensioniert, jedoch mit Untersuchungen über den Berufsverkehr der Leuna-Werke beauftragt.

Organisationen: 1917/18 Hallescher Verband für die Erforschung der mitteldeutschen Bodenschätze und ihrer Verwertung, Antrag auf Aufnahme in die NSDAP im April 1933 wird abgewiesen, da Wolff 1930 ein NSDAP-Plakat entfernen ließ. Mitglied der NSDAP seit 1. April 1940 (Nr. 7 986 957), BNSDJ, RDB, NSLB.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 17253 (Wolff); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Nachlass Weigelt Nr. 318; DBE Bd. 10, S. 573.

Autor: HE

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