Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Werner Wussow

geboren: 20. Juli 1903 Roggow (Pommern)
gestorben: 20. Mai 1969 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Landwirt

Werner Wussow

Die Reifeprüfung legte Wussow 1922 in Dramburg ab. Danach absolvierte er eine landwirtschaftliche Lehre und studierte von 1924 bis 1928 an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. 1928 promovierte er hier mit der Dissertation »Die Warmblutzucht in Pommern unter besonderer Berücksichtigung des Blutaufbaues und der Aufzuchtbedingungen größerer Zuchtstätten«. Nach seiner Promotion 1928 fand er zunächst keine Stellung und wurde leitender Beamter auf dem Gut Groß-Reetz. Nach dem Tod seines Vaters 1930 übernahm er dessen Hof, ein Stadtgut im Kreis Dramburg, und führte diesen bis 1945. 1944-45 war er außerdem noch als Lehrer für Tierzucht und Tierernährung tätig. Als Leiter eines kriegswichtigen Betriebes wurde er vom Kriegsdienst zurückgestellt. 1945 kam er in sowjetische Gefangenschaft und wurde nach Archangelsk deportiert. Beim Bau eines Bahndamms erkrankte Wussow schwer und wurde wegen Invalidität und Unterernährung entlassen. Da er nicht in das polnisch besetzte Gebiet zurück durfte, ging er nach Greifswald, wo er 1946 eine Anstellung am Landratsamt und Tierzuchtamt erhielt. Im August des selben Jahr erhielt Wussow eine Assistentenstelle am Institut für Tierzucht, Tierhaltung und Tierernährung der Universität Greifswald und habilitierte sich 1948 mit der Schrift »Die Geschichte der mecklenburgischvorpommerschen Pferdezucht«. Auf Grund seiner sozialen Herkunft aus einer »Großgrundbesitzerfamilie« sollte Wussow, obwohl »politisch unbelastet«, ursprünglich keine Anstellung in der SBZ erhalten. Nach der Schließung der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald kam Wussow mit seinem Mentor Georg Blohm 1950 nach Halle, ein Aktenvermerk des Volksbildungsministeriums beurteilte ihn als »Typ des Fachgelehrten« mit politisch »indifferenter« bzw. »neutraler« Einstellung. Als Professor mit Lehrauftrag für Tierzucht sei Wussow »tragbar«. Noch im selben Jahr wurde Wussow, nach der Flucht von Joachim Langlet, zum Professor mit Lehrstuhl und Leiter des Instituts für Tierzucht und Molkereiwesen an der Universität Halle ernannt. Hier baute er, im Gut Radegast bei Halle, eine überaus erfolgreiche Pferdezuchtstation auf, außerdem widmete er sich der experimentellen Schweine- und Schafzucht. Obwohl Wussow der SED reserviert gegenüberstand, beriet er Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (Auszeichnung als „Verdienter Tierzüchter“ 1960). Die Humboldt-Universität Berlin ehrte das Mitglied der Deutschen Akademie für Landwirtschaftswissenschaften mit dem Dr. agr. h. c. Anlässlich seiner Emeritierung erhielt Wussow den Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Silber. 
Seine Emeritierung erfolgte 1968.

Mit seiner Ehefrau Ursula hatte Wussow drei Kinder. Er verstarb am 20.5.1969.

Organisationen: 1933 bis 1945 Reichsnährstand, 1937 bis 1945 NSV, ab 1947 FDGB.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 9394 (Wussow); Gerber, Persönlichkeiten, S. 859 f.

Zeitzeugnisse, S. 4, 18

Bild: UAHW

Autor: HE, AK

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