Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Karl Ziegler

geboren: 26. November 1898 Helsa bei Kassel
gestorben: 11. August 1973 Mühlheim/Ruhr
Konfession: evangelisch
Vater: Pfarrer

Karl Ziegler

Ziegler besuchte Schulen in Kassel und Marburg. Von 1916 bis 1918 studierte er Chemie an der Universität Marburg. 1918/19 leistete er Kriegsdienst u. a. an der Westfront. Ab 1919 setzte er das Studium in Marburg fort, 1920 promovierte er zum Dr. phil. 1919 verwaltete er eine Assistentenstelle, von 1920 bis 1925 war er planmäßiger Assistent am Chemischen Institut der Universität Marburg und habilitierte sich hier 1923 mit einer Arbeit über dreiwertigen Kohlenstoff. 1925/26 nahm er einen Lehrauftrag an der Universität Frankfurt am Main wahr, von 1926 bis 1936 hatte er eine Assistentenstelle am Chemischen Institut der Universität Heidelberg inne, 1928 wurde er zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. 1936 wirkte er als Gastprofessor an der University of Chicago. Trotz heftiger Auseinandersetzungen Zieglers mit der NSDAP in Heidelberg sprach sich Rektor Woermann für den Wechsel des Chemikers nach Halle aus. Ab 1936 vertrat er den Lehrstuhl für Chemie an der Universität Halle, 1938 wurde er zum ordentlichen Professor berufen. Den Ausbau des Chemischen Instituts trieb er mit dem Reichsamt für Wirtschaftsausbau voran, auch später bestimmte die Rüstungsforschung das Profil des Instituts. 1940 erhielt Ziegler das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. Seit 1943 leitete er gleichzeitig das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohleforschung (später Max-Planck-Institut) in Mülheim/Ruhr. Dort wurde ihm vollkommene Freiheit bei der Wahl der Themen eingeräumt, so dass sich Ziegler der Erforschung von Verbindungen von Metallen und organischen Stoffen widmete. 1953 meldete er ein erstes Patent für einen metallorganischen Mischkatalysator an, für die geglückte Polymerisation von Äthylen bei Normaldruck erhielt er 1963 gemeinsam mit Giulio Natta den Nobelpreis. Ab 1948 lehrte Ziegler als Honorarprofessor an der TH Aachen, 1969 wurde er emeritiert.

Organisationen: NSV, Förderndes Mitglied der SS.

Quellen: DBE Bd. 10, S. 655; UAHW, Rep. 11, PA 17435 (Ziegler).

Bild: Leopoldina-Archiv

Autor: HE

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