Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Noch kein Bild vorhanden.

Heinrich Ernst Güte

geboren:13. September 1754 Bielefeld
gestorben:6. Dezember 1805 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Christian Friedrich Güte, Gymnasiallehrer in Bielefeld und Pfarrer in Ströbeck (Vorharz)

Heinrich Ernst Güte

Da der Vater als Landpfarrer ins Vorharzland wechselte, besuchte Güte nach anfänglichem Unterricht im väterlichen Hause die Domschule in Halberstadt. Am 6. Mai 1774 schrieb er sich in Halle für das Theologiestudium ein. Vor allem stand er stark unter dem Einfluss Johann August Nösselts (1734-1807), bei dem er auch wohnte – eine durchaus übliche Zweck-Wohngemeinschaft, der bei der Professor eine zusätzliche Einnahmequelle erhielt und der Student u.a. die hauseigene Bibliothek nutzen konnte. Gleichzeitig unterrichtete Güte bereits an der deutschen und lateinischen Schule des Waisenhauses.

Ob er das Studium bereits abgeschlossen hatte, ist ungeklärt. In jedem Fall ging er 1778 nach Halberstadt zurück und unterrichtete an seiner alten Schule, der Domschule. Bald bekam er jedoch die Stelle als Diakon an der städtischen St. Ulrichskirche in Halle. 1780 erlangte er zudem den Magistertitel. Ab diesem Zeitpunkt war er neben dem Pfarramt als Privatdozent an der Universität tätig. 1789 wurde er zum Archidiakon an seiner Kirche ernannt.

Schließlich erhielt Güte am 20. März 1791 den Ruf als außerordentlicher Professor für alttestamentliche Exegese und hebräische Sprache in Halle.

Güte soll ein begnadeter Prediger und Seelsorger gewesen sein, dessen Gottesdienste überdurchschnittlich gut besucht waren. Auch sein Engagement für sozial Schwache war "stadtbekannt". Beispielsweise war er einer der führenden Köpfe der "Gesellschaft freiwilliger Armenfreunde", die sich 1797 in Halle gegründet hatte und ein typisches Beispiel für eine gemeinnützige Aufklärungsgesellschaft bildet, die gegen Ende des Jahrhunderts in vielen Orten in Mode kamen.

1797 heiratete Güte Friederike Christiane Stoppelburg, die Tochter des Waisenhauslehrers Gottlieb Friedrich Stoppelburg (1740-1797), der zudem seit 1790 die Stelle des Aufsehers der Cansteinschen Bibelanstalt innehatte. 

 

Quellen: DBA I, Nr. 437, S. 158ff.; Förster, S. 220; Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen. Leipzig 2003–2009 (hrsg. vom Verein der Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e.V., Red.: Albrecht-Birkner, Veronika), Bd. 3, S. 449f.; StAH FA, Nr. 4993; Stephan, Christian: Die stumme Fakultät. Biographische Beiträge zur Geschichte der Theologischen Fakultät der Universität Halle. Dössel 2005. S. 36f.; UAHW Originalmatrikel nach 1744, Bd. 1, Bl. 307; UAHW Rep 3, Nr. 239 Ernennung der Adjunkten, außerordentlichen und ordentlichen Professoren bei der Theologischen Fakultät (1691-1786).

 

Autor: JS

Zum Seitenanfang