Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Alexander Gottlieb Baumgarten

geboren:17. Juni 1714 Berlin
gestorben:26. Mai 1762 Frankfurt/Oder
Konfession:evangelisch
Vater:Jakob Baumgarten (1668-1722), Garnisionsprediger in Berlin

Alexander Gottlieb Baumgarten

Baumgarten erhielt nach dem Tod des Vaters zunächst Privatunterricht und besuchte im Jahr 1727 das Berliner Gymnasium zum Grauen Kloster, um im selben Jahr an die Lateinschule der Franckeschen Anstalten zu wechseln. Zwei Jahre wurde er hier auf das Studium vorbereitet, welches er im Herbstsemester 1730 in Halle begann und sich der Theologie und Philosophie widmete. Sein Bruder, Siegmund Jakob Baumgarten (1706-1757) war hier bereits als Privatdozent und später auch als Theologieprofessor tätig. Am 26. Februar 1735 erlangte Alexander Gottlieb Baumgarten den Titel des Magisters der Philosophie.

Anschließend war Baumgarten als Privatdozent an der Philosophischen Fakultät der Fridericiana tätig. Am 2. Oktober 1737 wurde er auf eine außerordentliche Professur an derselben Fakultät berufen. Es folgte um Weihnachten 1739 die Berufung auf eine ordentliche Professur der Philosophie in Frankfurt/Oder, die er bis zu seinem Tod 1762 behielt.

Baumgarten gilt als der Begründer der Ästhetik als philosophische Disziplin und war damit  Vordenker u.a. für Johann Gottfried Herder und Friedrich Schiller. Zahlreiche Geistesgrößen des 18. Jahrhunderts verehrten Baumgarten, wie beispielsweise Immanuel Kant, der Baumgartens Schrift zur Metaphysik viele Jahre als Referenzliteratur in seinen Vorlesungen verwendete.

Baumgarten war zweimal verheiratet. Die erste Ehe mit Luise Wilhelmine Alemann wurde im April 1741 in Berlin geschlossen. Jedoch verstarb die Tochter des Berliner Hofrates bereits 1745 kinderlos. Die zweite Ehe wurde am 22. Oktober 1748 in Frankfurt/Oder mit der Tochter des Amtmanns Johann Jakob Albinus, Justina Elisabeth, geschlossen. Die Familiengeschichte ist eine sehr dramatische - nicht nur, weil von den vier Kindern, die das Paar hatte, zwei bereits im Säuglingsalter starben. Zudem konnte Baumgarten den letzten Sohn nicht mehr erleben, weil er selbst im Alter von 47 Jahren an Tuberkulose verstarb. Seine junge Witwe wurde schließlich zwei Jahre später tot aus der Oder gezogen.

Quellen: ADB Bd. 2, Leipzig 1875, S. 158 f.; BBKL Bd. 15, Herzberg 1999, Sp. 94–100; Förster S. 194; Meier, Georg Friedrich: Alexander Gottlieb Baumgartens Leben. Halle 1763; Meusel, Bd. 1 (1802), S. 242ff.; NDB Bd. 1, Berlin 1953, S. 660; StAH FA Nr. 3277; UAHW Rep 3, Nr. 248 Ernennung der ordentlichen und außerordentlichen Professoren der Philosophischen Fakultät (1732-1764).

Autor: JS

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