Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Johann Reinhold Forster

geboren:20. Oktober 1729 Dirschau (Westpreußen)
gestorben:9. Dezember 1798 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:George Reinhold Forster (1693-1753), Bürgermeister in Dirschau

Johann Reinhold Forster

Forster besuchte die Schule in Marienwerder, 1745 wechselte er an das Joachimsthaler Gymnasium in Berlin. Am 14. Mai 1748 immatrikulierte sich Forster an der Universität Halle. Sein Vater unterstützte das Wunschfach Medizin aus finanziellen Gründen nicht, so dass sich Forster für die Theologie entschied, weil dies seinem Interesse für Sprachen am ehesten entgegen kam. Die ersten Jahre nach dem Studium als Pfarrer in Nassenhuben bei Danzig waren für Forster von wirtschaftlicher Not geprägt, bis er 1765 seine erste Forschungsreise an die Wolga nach Saratow unternahm. Im nächsten Jahr folgte er seiner Neigung und ging als Übersetzer an die Dissenterakademie im englischen Warrington, wo er Naturgeschichte sowie die deutsche und französische Sprache lehrte. Von 1772 bis 1774 nahm er an den Weltreisen James Cooks teil und begründete mit den darauf folgenden natur-, erd- und völkerkundlichen Publikationen seinen Weltruhm. Es dauerte noch fünf Jahre bis er am 21. Februar 1779 an die Universität Halle als ordentlicher Professor für Naturgeschichte und Mineralogie berufen wurde. Erst jetzt holte er seine Studienabschlüsse nach: 1780 den Magister der Philosophie und 1781 die Promotion an der Medizinischen Fakultät, nachdem er 1775 bereits die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford verliehen bekommen hatte. In den folgenden Jahren wurde er zudem Aufseher des Botanischen Gartens sowie des Naturalienkabinetts.

Im Februar 1754 hatte Forster die Tochter des Korn- und Tuchhändlers Nicolai, Justine Elisabeth (1726-1804), in Marienwerder geheiratet. Das Paar hatte mehrere Kinder, u.a. den Naturforscher und Reiseschriftsteller Georg Forster (1754-1794). Eine Tochter, Wilhelmine Forster, heiratete den halleschen Professor Matthias Christian Sprengel (1746-1803).

Organisationen:

1780 Mitglied der Freimaurerloge „Zu den drei Degen"

1786 Mitglied der Akademie der Wissenschaften Berlin

Mitglied in zahlreichen weiteren nationalen Akademien der Wissenschaften, u.a. London, Paris, Madrid, St. Petersburg, Kopenhagen, Stockholm

Bild: Science Museum London

Quellen: ADB, Bd. 7, Leipzig 1878, S. 166-172; Förster, S. 210f.; Meusel, Bd. 3, Leipzig 1804, S. 430–439; NDB, Bd. 5, Berlin 1961, S. 301f.; StAH FA Nr. 2271; UAHW Originalmatrikel nach 1744, Bd. I. Bl. 240; UAHW Rep 3, Nr. 249 Bestallung und Besoldung der Professoren der Philosophischen Fakultät (1766--1798).

Autor: JS

 

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