Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Goerg Simon Klügel

geboren:19. August 1739 Hamburg
gestorben:4. August 1812 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Augustin Klügel (gest. 1773), Makler in Hamburg

Goerg Simon Klügel

Klügel besuchte zunächst das Hamburger Gymnasium, anschließend die dortige Gelehrtenschule Johanneum. Am 19. April 1760 schrieb er sich in Göttingen zum Studium der Theologie, später der Mathematik, ein. Mit einer mathematischen Fragestellung zum Parallelenaxiom wurd er 1763 zum Doktor der Philosophie promoviert.

Er arbeitete zunächst als Redakteur des Hannoverschen Magazins, eine Zeitschrift, die als sogenanntes Intelligenzblatt Artikel zu verschiedenen, teils wissenschaftlichen, teils populären Themen veröffentlichte. Aus dieser Tätigkeit heraus erfolgte 1767 seine Berufung als ordentlicher Professor der Mathematik durch die Helmstedter Universität. Hier war er 20 Jahre lang tätig.

Am 20. November 1787 berief man ihn als ordentlichen Professor der Mathemantik und Physik an die Universität Halle. Hier übernahm er zudem 1788 die Leitung der universitären Sternwarte. Klügel konnte hier von der Aufwertung der Philosophischen Fächer profitieren, die auch mit einer enormen Erhöhung der finanziellen Mittel in den Jahren 1787/88 einherging.

Klügel publizierte in großem Umfang in zahlreichen Zeitschriften zu den unterschiedlichsten Themen. Er gehörte damit wohl zu den berühmtesten Mathematikern seiner Zeit. Dem preußischen Staat war er viel wert, denn Klügel erhielt ein Salär von 1200 Talern - ein Gehalt, dass gerade an der Philosophischen Fakultät ausgesprochen hoch war (selbst Johann Reinhold Forster (1729-1798), der gleichzeitig mit Klügel in Halle wirkte, erhielt nur die Hälfte dieses Salärs). Vor allem prägten ihn ein enzyklopädisches Wissen und eine umfassende Gelehrsamkeit. Seine Schriften waren „leicht verständlich geschriebene" Werke (Ahrens). Seine Lehrtätigkeit gehörte dagegen nicht zu seinen Stärken, denn er konnte nur wenige Hörer begeistern.

Klügel heiratete 1769 Elisabeth Karoline Henriette Berendes (1750-1832) in Hamburg, die Tochter eines Postmeisters in Wolfenbüttel. Das Paar hatte acht Kinder, von denen jedoch nicht alle das Erwachsenenalter erreichten. Die Tochter Katharina Friederike Albertine wurde die erste Kammerfrau der russischen Zarin Katharina „der Großen". Klügels Tochter Charlotte heiratete den halleschen Arzt Gottlieb Karl Jakob (1764-1813), ein Bruder des halleschen Professors Ludwig Heinrich von Jakob (1759-1827).

Organisationen:

Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und Künste Berlin

Mitglied der Akademie der Wissenschaften Göttingen

Mitglied der Akademie der Wissenschaften Frankfurt/Oder

Auswärtiges Mitglied der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg

Ehrenmitglied der Ökonomischen Gesellschaft Leipzig

1797 Mitglied der Freimaurerloge „Zu den drei Degen" Halle

Quellen: ADB, Bd. 16, Leipzig 1882, S. 282; Ahrens, Sabine: Die Lehrkräfte der Universität Helmstedt (1576-1810), Helmstedt 2004, S. 132f.; Förster, S. 232; NDB, Bd. 12, Berlin 1990, S. 135f.; UAHW Rep 3, Nr. 249 Ernennung der ordentlichen und außerordentlichen  Professoren der Philosophischen Fakultät (1766-1798).

Autorin: JS

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