Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Johann Georg Knapp

geboren:27. Dezember 1705 Öhringen/Franken
gestorben:30. Juli 1771 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Georg David Knapp (1674-1747), Kammerrat in Öhringen

Johann Georg Knapp

Knapp studierte in Altdorf seit 1722, wechselte nach Jena und kam 1725 nach Halle zum Theologiestudium. Bereits während des Studiums und danach war er als Lehrer der Lateinschule, später des Königlichen Pädagogiums an den Franckeschen Anstalten tätig.

1732 wurde er Prediger des Kadettencorps in Berlin. Aber schon im darauffolgenden Jahr kehrte er nach Halle zurück, wurde Oberaufseher der Lateinischen Schule an den Franckeschen Anstalten und Adjunkt der Theologischen Fakultät. Am 30. Januar 1737 erhielt der Adjunkt Knapp die außerordentliche Professur der Theologie in Halle, ein durchaus üblicher Karriereweg. 1739 übernahm er die ordentliche Professur der Theologie. Gleichzeitig war Anfang des Jahres Johann Anastasius Freylinghausen (1670-1739) verstorben, so dass Knapp zudem die Stelle des Kondirektors der Franckeschen Stiftungen übernahm. Ebenfalls in diesem Jahr wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. Diese späte wissenschaftliche Qualifikation war eine durchaus übliche Praktik bei den Theologen der halleschen Universität.

Dreißig Jahre lang wirkte er an der Seite von Gotthilf August Francke (1696-1769) an der Spitze dieser Einrichtung. Nach dessen Tod wurde Knapp zum Direktor der Stiftungen. Allerdings hatte er dieses Amt nur knapp zwei Jahre bis zu seinem 1771 erfolgten Tod.

Knapp war tief gläubiger Pietist, hier blieb er ganz den Traditionen seines akademischen Lehrers August Hermann Francke (1663-1727) verhaftet. Seine Vorlesungen waren sehr beliebt, er hatte zahlreiche Hörer. Publizistisch trat er kaum in Erscheinung.

Knapp heiratete am 3. Oktober 1748 Johanna Christina Weinschenk (1728-1783) in Magdeburg. Sie war die Tochter des Pfarrers der Magdeburger Ulrichskirche Christian Otto Weinschenk (1687-1741). Das Paar hatte einen Sohn, Georg Christian Knapp (1753-1825), der ebenfalls Professor der Theologie und Direktor des Waisenhauses wurde.

Bild: Zentrale Kustodie, MLU Halle-Wittenberg

Quellen: ADB, Bd. 16, Leipzig 1882, S. 267ff.; AFrSt Sig. 222A1 Leichenpredigt; BBKL, Bd. 4, Hamm 1992, S. 119f.; Förster, S. 234; Meusel, Bd. 7, Leipzig 1808, S. 107f.; StaH FA, Nr. 394; UAHW Rep 3, Nr. 239 Ernennung der Adjunkten, außerordentlichen und ordentlichen Professoren bei der Theologischen Fakultät (1691 - 1786).

Autorin: JS

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