Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Philipp Friedrich Theodor Meckel

geboren:30. April 1755 Berlin
gestorben:17. März 1803 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Johann Friedrich Meckel der Ältere (1724-1774), Professor und Arzt

Philipp Friedrich Theodor Meckel

Philipp Friedrich Theodor Meckel wurde 1756 in Berlin als Kind von Johann Friedrich Meckel dem Älteren (1724–1774), Professor der Botanik, Anatomie und Geburtshilfe und Leibarzt Friedrichs des Großen, geboren. Er erhielt von Kindheit an Privatunterricht. Im Alter von knapp 18 Jahren begann er das Medizinstudium an der Universität Göttingen, wechselte nach einem Semester an die Universität Straßburg und promovierte dort, nach nur drei Jahren Studium, 1777 zum Doktor der Medizin. Direkt im Anschluss übernahm er die Stelle des Prosektors am Anatomischen Institut in Straßburg und war damit für die Sektionen am Institut zuständig. Bereits am 12. Januar 1777 im Alter von 21 Jahren erfolgte die Berufung auf die hallesche Professur der Anatomie, Chirurgie und Geburtshilfe an der Medizinischen Fakultät, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Studienreise durch Frankreich, England und Schottland befunden haben muss. Im halleschen Vorlesungsverzeichnis kündigte er vermutlich deshalb erst ab dem Frühjahr 1779 seine Veranstaltungen an.

Er übernahm die anatomische Sammlung seines Vaters, brachte sie mit nach Halle und bemühte sich um ihre Erweiterung. Damit legte er den Grundstock für die Meckelschen Sammlungen, die sein Sohn, Johann Friedrich Meckel der Jüngere (1781–1833), später ausbaute. Dieser Sohn sowie der Sohn aus zweiter Ehe, August Albrecht (1790–1829), und der Enkel, Heinrich (1821–1855), wurden ebenfalls Medizinprofessoren an der halleschen beziehungsweise an der Berner Universität sowie an der Berliner Charité. Aufsehen erregte Philipp Meckel im Laufe seines Lebens, indem er an den Petersburger Hof zur Entbindung der Zarin Maria Fedorowna gerufen wurde. Zudem bestimmte er testamentarisch, dass sein Skelett in den Anatomischen Sammlungen ausgestellt werden solle, so dass die Studenten noch heute mit „ihm" lernen.

Meckel war zweimal verheiratet. Im Oktober 1780 heiratete er die Kaufmannstochter Johanna Charlotte Lauer (1762-1782). Sie verstarb jedoch bald nach der Geburt Johann Friedrichs. Bereits im April 1783 heiratete Meckel erneut. Seine zweite Ehefrau war Theresia Christina Catharina Jetzke (1758-1826), die Tochter des Konsistorialrats Jetzke in Halle. Das Paar hatte neun Kinder. Im September 1785 erlangte Meckel das hallesche Bürgerrecht.

Bild: Meckelsche Sammlungen, Universität Halle

Quellen: ADB, Bd. 21, Leipzig 1885, S. 159ff.; Förster, S. 242; NDB Bd. 16, Berlin 1990, S. 585f.; Schultka, Rüdiger/Göbbel, Luminita: Philipp Friedrich Theodor Meckel (1755-1803). Lebensdaten und Lebenswerk, in: Ders./Neumann, Josef N. (Hg.): Anatomie und anatomische Sammlungen im 18. Jahrhundert, Berlin 2007, S. 23-71; StAH FA Nr. 1438; UAHW Rep. 3, 243 Ernennung der außerordentlichen und ordentlichen Professoren der Medizinischen Fakultät, Bd. 2 (1743-1795); von Selle, Götz: Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen (1734-1837), Hildesheim, Leipzig 1937.

Autorin: JS

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