Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Johannes Tribechow

geboren:4. Oktober 1677 Gotha
gestorben:31. März 1712 Tennstedt
Konfession:evangelisch
Vater:Adam Tribechow (1641-1687), Theologieprofessor in Kiel, Generalsuperintendent in Gotha

Johannes Tribechow

Tribechow besuchte das Gymnasium in Gotha und schrieb sich am 19. Oktober 1694 an der Universität Halle für das Theologiestudium ein. Im Juli 1698 wechselte er nach Jena, legte die Magisterprüfung ab und wurde Privatdozent, 1699 auch Adjunkt der dortigen Philosophischen Fakultät.

1702 kehrte er nach Halle zurück, bot hier seine Vorlesungen als Privatdozent an und wurde Aufseher des von August Hermann Francke (1663-1727) gegründeten Collegium Orientale Theologicum, das den Theologiestudenten die hebräische Sprache vermitteln sollte.

Am 27. April 1705 erfolgte dann Tribechows Berufung auf die außerordentliche Professur der Philosophie. Er sollte vor allem Logik und Metaphysik lehren. Gleichzeitig wurde er zum Adjunkt der Theologischen Fakultät berufen. Seine Vorlesungsankündigungen finden sich vom Herbstsemester 1705 bis zum Frühjahrssemester 1707 in den Vorlesungsverzeichnissen. Wegen einer wohl psychischen Erkrankung legte er sein Professorenamt jedoch nieder und übernahm 1707 den Posten des Hofpredigers am englischen Hof.

Obwohl er 1710 zum Probst des Klosters Unser Lieben Frauen in Magdeburg gewählt wurde und wieder in preußische Dienste zurückkehren sollte, trat er die Stelle nicht an. Er hielt sich zwar zwischenzeitlich wieder in Halle auf, wo er einige geistliche Lieder verfasste, ging aber 1712 nach Tennstedt, um seine kranke Mutter zu pflegen. Dort verstarb er selbst noch im selben Jahr. Er blieb unverheiratet.

Quellen: ADB, Bd. 38, Leipzig 1894, S. 598ff.; DBA I, Nr. 1284, S. 229ff.; Förster, S. 276; HAB Wolfenbüttel, Leichenpredigt auf Adam Tribechow, Sig. Sammlung Stolberg 22315; Jauernig, Reinhold/Steiger, Marga Steiger (Hg.): Die Matrikel der Universität Jena, Bd. 2 (1652-1723), Weimar 1977, S. 826; MV Halle, Bd. 1, S. 454; UAHW Codex Lectionum Annuarum (Vorlesungsverzeichnis).

 

Autorin: JS

Zum Seitenanfang